Karl Marx Portrait

Palantir-CEO wirft KI-Entwicklern »marxistische« Praktiken vor

Alex Karp attackiert die großen KI-Entwickler. Sie würden das Wissen ihrer Kunden für eigene Produkte ausnutzen.

Andreas Becker GPT-Images-2.0
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Palantir hat seinen Quartalsumsatz dank der hohen KI-Nachfrage fast verdoppelt. CEO Alex Karp nutzt die Rekordzahlen für eine scharfe Warnung: Große KI-Entwickler würden das Fachwissen ihrer Firmenkunden nutzen, um sie später als Konkurrenten vom Markt zu drängen.

Das Wissen der Kunden als Produktionsmittel

In seinem aktuellen Aktionärsbrief greift Alex Karp die Entwickler großer Sprachmodelle direkt an. Ihr Vorgehen habe »marxistische Untertöne«, da sie sich die Produktionsmittel ihrer Partner aneignen wollten. Unternehmen investieren laut Karp unwissentlich in den Aufstieg ihrer eigenen Konkurrenz.

Firmen zahlen derzeit dafür, dass ihr geistiges Eigentum und ihre Fachkenntnisse in die Sprachmodelle fließen. Mit diesen Daten bauen die Entwickler anschließend eigene Geschäftsbereiche auf und machen die Dienstleistungen ihrer Kunden überflüssig. Karp wirft ihnen vor, sich moralisch überlegen zu fühlen und die Strukturen ihrer Geschäftspartner faktisch kolonisieren zu wollen.

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Rekordgewinn mit modellunabhängiger Software

Palantir selbst profitiert enorm vom aktuellen KI-Boom. Das Unternehmen meldete für das zweite Quartal einen Umsatz von 1,9 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 93 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Gewinn lag bei 1,1 Milliarden US-Dollar. Karp betonte in einer Telefonkonferenz, man habe in einem einzigen Quartal mehr Gewinn verbucht als im gesamten Vorjahreszeitraum an Umsatz.

Als Alternative verkauft Palantir eine Software für Regierungen und Unternehmen, die nicht an ein spezifisches Sprachmodell gebunden ist. Kunden behalten dabei die volle Kontrolle über ihre Daten. Eingaben und Kontexte bleiben im Besitz der Nutzer und fließen nicht in ein fremdes KI-Training ab.

Die Sorge vor neuen Rivalen ist in der Branche spürbar. Viele Firmen haben in den vergangenen Monaten KI-Entwickler wie OpenAI oder Anthropic bezahlt oder mit ihnen kooperiert. Kurz darauf brachten sie eigene Software für Design, Rechtsberatung oder medizinische Forschung auf den Markt und machen ihren einstigen Partnern dort nun Konkurrenz.

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