OpenAI Sonata und Salute Leak
Sicherheitszertifikate verraten geheime Plattform. Musik, Agenten-Workflows oder etwas ganz Anderes?

Sicherheitsforscher haben in Zertifikats-Logs Hinweise auf eine neue OpenAI-Plattform entdeckt. Unter dem Codenamen "Sonata" scheint der KI-Konzern eine eigenständige Struktur neben dem klassischen Chatbot aufzubauen.
Spuren im Backend
Ein Eintrag in den Certificate Transparency Logs sorgt derzeit für Spekulationen unter Analysten. OpenAI hat SSL-Zertifikate für die Subdomain sonata.openai.com registriert. Dies ist ungewöhnlich, da neue Funktionen normalerweise als Unterverzeichnisse der bestehenden chat-Domain oder als API-Endpunkte integriert werden. Eine eigene Subdomain deutet technisch auf eine entkoppelte Webanwendung oder ein eigenständiges Interface hin, das parallel zum bekannten ChatGPT läuft.
Der Begriff "Sonata" lässt Raum für Interpretation, wird in der Softwareentwicklung aber oft für orchestrale, koordinierende Komponenten verwendet. Experten vermuten, dass sich dahinter ein neuer Marktplatz für komplexe Agenten-Workflows oder eine dedizierte Such-Oberfläche verbirgt, die sich stärker an klassischen Suchmaschinen orientiert als das bisherige Chat-Interface. Bislang schweigt das Unternehmen zu der Entdeckung, doch die technische Vorbereitung der Domain deutet auf einen baldigen Rollout hin.
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Projekt "Salute" und Inline-Editing
Passend zur Sonata-Entdeckung tauchten im Quellcode der Web-App Referenzen auf ein weiteres Projekt namens "Salute" auf. Diese Code-Schnipsel beschreiben eine Funktion für "Inline Editing". Nutzer müssen Textänderungen künftig nicht mehr mühsam über neue Prompts im Chatverlauf anfordern, sondern bearbeiten die generierten Antworten direkt im Interface.
Dies markiert einen strategischen Wechsel in der UX-Philosophie von OpenAI. Weg vom reinen Dialog, hin zum Dokumenten-Editor. Die Kombination aus einer neuen Plattform-Struktur (Sonata) und erweiterten Bearbeitungswerkzeugen (Salute) suggeriert, dass OpenAI die reine Chat-Metapher aufbricht. Das Ziel ist offenbar eine Arbeitsumgebung, in der die KI eher als Co-Autor in einem Editor fungiert und weniger als reiner Gesprächspartner.
Das Ende der Amnesie
Technisch flankiert werden diese Umbauten durch ein massives Upgrade der Gedächtnis-Architektur, das bereits ausgerollt wird. Die KI durchsucht nun aktiv den gesamten Verlauf vergangener Konversationen, um Kontext herzustellen. War das "Gedächtnis" bisher auf manuell gespeicherte Fakten oder das aktuelle Kontextfenster beschränkt, greift das Modell jetzt dynamisch auf historische Chats zu.
Für den Nutzer bedeutet dies eine nahtlosere Interaktion, da Informationen aus einem Projekt von vor drei Monaten ohne erneute Eingabe verfügbar sind. Diese tiefere Integration der Datenhistorie ist eine notwendige Voraussetzung für die komplexen Workflows, die mit Sonata und Salute angestrebt werden.
