Nvidia baut KI-Rechenzentren mit der Wall Street
Führende Banken investieren über 500 Milliarden Dollar. Rechenleistung wird zur völlig neuen Anlageklasse.

Nvidia baut mit Finanzriesen wie BlackRock und Goldman Sachs eine Finanzierungsplattform für KI-Infrastruktur auf. Über 500 Milliarden US-Dollar an Fremdkapital sollen in den Bau sogenannter KI-Fabriken fließen. Rechenleistung etabliert sich damit als eigene Anlageklasse.
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This is a big moment for computing and @NVIDIA. We’ve made the leap from building chips to creating a new investable asset class: AI factory infrastructure. Every company will be powered by it. Every country will build it.
— Jensen Huang (@JensenHuang) August 11, 2026
Thanks to Larry Fink of @BlackRock, Jon Gray of… pic.twitter.com/OuFztK7XuM
Rechenzentren wie klassische Infrastruktur
Bislang kauften Unternehmen Server-Chips oft projektbezogen. Damit soll künftig Schluss sein. KI-Rechenzentren werden laut Nvidia wie klassische Infrastruktur finanziert – ähnlich wie Stromnetze.
Für dieses Vorhaben holt der Konzern neben BlackRock und Goldman Sachs auch Apollo, Blackstone, Brookfield und KKR an Bord. Die Banken prüfen künftige Projekte völlig unabhängig. Sie bewerten konkrete Nachfrage, Auslastung, Cashflow und den Restwert der geplanten Anlagen.
Nvidia liefert die Hardware sowie die Software, übernimmt aber nicht die Finanzierung. In Einzelfällen sichert der Entwickler den Restwert eines Projekts jedoch mit bis zu 25 Prozent ab. Nvidia begründet diesen Schritt mit der hohen Flexibilität seiner Systeme. Braucht ein Kunde die Kapazitäten nicht mehr, lässt sich die Architektur ohne großen Aufwand für andere Cloud-Anbieter oder neue Aufgaben weiternutzen.
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Stabile Preise für GPU-Mieten
Marktdaten stützen den Werterhalt der Hardware. So stieg der Preis für die Ein-Jahres-Miete eines H100-Beschleunigers von etwa 1,70 US-Dollar pro Stunde im Oktober 2025 auf rund 2,35 US-Dollar im März 2026.
Auch die On-Demand-Preise zogen bei diversen Anbietern im gleichen Zeitraum von rund 2,00 US-Dollar auf 2,70 US-Dollar pro Stunde an. Für die neuere Blackwell-Generation rufen Cloud-Anbieter mit 5,30 bis 7,05 US-Dollar für eine B200-Stunde nochmals deutliche Aufschläge auf.
Selbst der 2020 eingeführte A100-Chip steht sechs Jahre nach seinem Marktstart weiterhin im kommerziellen Einsatz. Software-Updates über die CUDA-Plattform und die anhaltende Nachfrage verlängern die wirtschaftliche Lebensdauer der Infrastruktur deutlich.
Viele Unternehmen und KI-Clouds scheitern bislang an den hohen Vorabkosten für den Bau eigener Rechenzentren. Das nun bereitgestellte Fremdkapital soll diese Hürde abbauen. Nvidia-CEO Jensen Huang kommentierte das 500-Milliarden-Dollar-Paket am Dienstag: »Jedes Unternehmen wird davon angetrieben werden. Jedes Land wird sie bauen.«