Musk gegen OpenAI: Private Notizen enthüllen brisante Details
Im aktuellen Prozess rückt das Tagebuch von Greg Brockman in den Fokus. Die Verteidigung wehrt sich gegen den Vorwurf des Verrats.

Im aktuellen Gerichtsverfahren zwischen Elon Musk und OpenAI muss Greg Brockman derzeit hochpersönliche Tagebucheinträge offenlegen. Diese Notizen sollen belegen, dass die Führungsetage ihre ursprüngliche Non-Profit-Mission aus reiner Profitgier aufgab.
Fragwürdige Milliarden-Ziele
Für den OpenAI-Präsidenten erweist sich der Zeugenstand als spürbar unangenehm. Musks Anwälte sezieren isolierte Passagen aus den rund 100 Seiten starken Aufzeichnungen der Jahre 2015 bis 2023 systematisch. Darin sinniert der Entwickler ungewohnt offen über einen Wechsel zu einer For-Profit-Struktur. Konkret notierte er als persönliches Karriereziel die immense Summe von einer Milliarde US-Dollar.
Solche Zeilen wirken angesichts der gegenwärtigen Bewertung des KI-Entwicklers naturgemäß brisant. Heute beläuft sich der Wert von Brockmans Anteilen auf gigantische 30 Milliarden US-Dollar. Auf die rhetorische Frage der Gegenseite, ob er dieses gewaltige Vermögen an den gemeinnützigen Zweig zurückgeben würde, reagierte er nüchtern mit einem klaren Nein.
Begründet wird diese kompromisslose Haltung mit dem frühen Zeitpunkt der Zuteilung. Weit vor dem globalen Durchbruch von ChatGPT erhielt er diese Anteile für den essenziellen Aufbau der Organisation.
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Gedankenspiele statt Masterplan
Um den harten Vorwurf der puren Gier zu entkräften, ordneten die Anwälte der Verteidigung die zitierten Texte methodisch neu ein. Brockman nutzte das private Tagebuch demnach primär als ungefilterten Gedankenstrom. Häufig hielt er darin lediglich fremde Perspektiven oder rein hypothetische Szenarien fest, um diese für sich selbst sachlich zu bewerten.
Besonders viele der kontroversen Aussagen entstanden exakt in jener angespannten Phase, als Musk der Entwicklungsschmiede ein hartes Ultimatum stellte. Der Tesla-Chef forderte damals die vollständige Kontrolle über einen neuen kommerziellen Arm von OpenAI. Aus den Notizen geht die deutliche Sorge hervor, der damalige Hauptgeldgeber könne sich rasch zu einem unkontrollierbaren «AGI-Diktator» aufschwingen.
Folglich bewertet die Verteidigung die Einträge in einem völlig anderen Licht. Das Festhalten an der eigenen Unabhängigkeit diente dem Schutz der KI-Modelle, keineswegs der persönlichen Bereicherung.
Konflikt um die Sicherheit
Noch tiefere Einblicke lieferten die Aussagen zu Musks endgültigem Abgang im Jahr 2018. Seinerzeit sah der Investor die einzige realistische Überlebenschance für das ehrgeizige Projekt in einer Fusion mit Tesla.
Während einer internen Versammlung schockierte Musk die Belegschaft mit seiner riskanten Vorgehensweise. Er wollte angeblich bewusst Abstriche bei der Sicherheit der Technologie machen, um das hohe Entwicklungstempo von Google irgendwie zu übertreffen. Brockman und Sam Altman lehnten diesen leichtsinnigen Weg jedoch strikt ab.
Für das verbleibende Team besaß die verantwortungsvolle Entwicklung einer generellen künstlichen Intelligenz schlichtweg oberste Priorität. Niemand sollte die alleinige Macht über eine derart entscheidende Technologie erhalten.