Microsoft Teams weiß jetzt wo du arbeitest
Ein neues Update für die Software erkennt automatisch deinen Standort. Datenschützer schlagen Alarm wegen Überwachung.

Microsoft Teams erkennt künftig automatisch, wo Angestellte arbeiten. Bis Ende Juni 2026 schließt das Unternehmen den weltweiten Rollout der entsprechenden Standorterkennung ab. Datenschützer sehen in der neuen Funktion ein bedenkliches Kontrollinstrument für Arbeitgeber.
So ermittelt die Software den Arbeitsort
Die Software leitet den aktuellen Standort aus der bestehenden Netzwerkverbindung ab. Erkennt ein verwaltetes Windows- oder macOS-Gerät das Firmen-Netzwerk, ordnet Teams den Nutzer diesem spezifischen Gebiet zu. Private Smartphones oder private Computer erfasst die Funktion nicht.
Auch angeschlossene Peripheriegeräte dienen als Indikator. Dazu zählen Monitore oder Dockingstationen, die fest mit einem bestimmten Arbeitsplatz verknüpft sind.
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Administratoren steuern die Aktivierung
Microsoft schaltet das Tracking nicht automatisch ein. IT-Administratoren müssen die Funktion zunächst über spezielle Richtlinien freischalten. Sie hinterlegen dafür die Netzwerkdaten und verknüpfen diese mit den jeweiligen Firmenstandorten.
Unternehmen wählen dabei zwischen verschiedenen Zustimmungsmodellen. Bei einem Opt-in-Verfahren müssen Nutzer der Erfassung ausdrücklich zustimmen. Alternativ konfiguriert die IT-Abteilung die Standortfreigabe so, dass sie standardmäßig aktiv ist und Angestellte erst nachträglich widersprechen können.
Bedenken bei Datenschutz und Kontrolle
Der Konzern positioniert die Standorterkennung als harmloses Hilfsmittel für hybride Arbeitsmodelle. Kollegen sehen so schneller, wer vor Ort im Büro ist.
Die Aktualisierung erfolgt laut Microsoft ausschließlich während der hinterlegten Arbeitszeiten. Am Ende des Arbeitstages löscht das System die ermittelten Standorte wieder aus der Datenbank.
Datenschützer kritisieren die Neuerung dennoch als potenzielles Werkzeug zur Überwachung der Belegschaft. Zwar betont Microsoft die grundsätzliche Wahlfreiheit der Nutzer bei der Datenfreigabe. In der Praxis entscheidet jedoch oft die Konfiguration der zuständigen IT-Abteilung, wie viel Privatsphäre dem Einzelnen bleibt.