Die US-Regierung zwingt Dutzende Partnerstaaten zu einer klaren Entscheidung im globalen KI-Wettbewerb. Wer sich Chinas KI-Initiativen anschließt, wird aus dem US-geführten Bündnis »Pax Silica« ausgeschlossen. Das geht aus einem internen Schreiben des US-Außenministeriums an 35 Länder hervor.
Deutschland ist gemeinsam mit Griechenland und der EU der US-Initiative am 23. Juni 2026 beigetreten.
Kasachstans Doppelrolle sorgt für Unmut
Den Ausschlag für das Ultimatum gab das Verhalten Kasachstans. Das Land ist wegen seiner großen Vorkommen an kritischen Mineralien für die Chip- und Serverproduktion ein gefragter Partner. Im Juni trat Kasachstan zunächst dem US-Bündnis bei, unterzeichnete dann aber auch ein Abkommen mit der von Peking neugegründeten »World Artificial Intelligence Cooperation Organization«.
Das US-Außenministerium verschickt nun einen Brief an alle Unterzeichner der amerikanischen KI-Kooperationserklärung. Darin fordern die Diplomaten die Staaten auf, sich bewusst zu entscheiden. Eine Mitgliedschaft in »Pax Silica« sei kein reines Abonnement, sondern eine Verpflichtung.
Die Teilnahme an Initiativen mit widerstreitenden Zielen sei damit ausgeschlossen. China wird in dem Entwurf zwar nicht namentlich genannt, der Adressat der Warnung ist jedoch offensichtlich.
Anzeige
Kampf um Chips, Modelle und Rohstoffe
Washington hat »Pax Silica« im vergangenen Jahr gestartet, um die Versorgung mit Halbleitern, Rohstoffen und US-Software abzusichern. Zu den gut zwei Dutzend Mitgliedern gehören unter anderem Japan, Australien und Südkorea. Wer mitmacht, erhält Zugang zu gemeinsamen Investitionsprojekten und stimmt Exportkontrollen mit den USA ab.
China nutzt seine Dominanz bei kritischen Mineralien bereits als Druckmittel im andauernden Handelsstreit. Parallel versucht Peking, seinen technologischen Einfluss auszubauen, indem es quelloffene KI-Modelle international anbietet.
Ein US-Regierungsvertreter machte die amerikanische Position zu den Vorgängen deutlich. Ein Staat könne sich nicht glaubwürdig als vertrauensvoller Partner positionieren und gleichzeitig Chinas konkurrierende KI-Vision unterstützen.
Die chinesische Botschaft in Washington kritisierte den amerikanischen Vorstoß. Eine Politisierung von Technologie bremse den globalen Fortschritt, erklärte ein Sprecher.
