Autonomes KI-Tool greift Taiwans Regierung und Energieversorger an
Hacker kapern mit einem neuen Agenten Dutzende Konten. Tausende sensible Personaldaten wurden dabei gestohlen.

Hacker haben taiwanesische Behörden und Energieunternehmen mit einem autonomen KI-Tool angegriffen. Es kompromittierte Dutzende Konten und stahl Tausende Personaldatensätze. Laut Sicherheitsexperten handelt es sich um eine völlig neue Art von Cyberangriff.
Hybrider Angriff auf staatliche Stellen
Das taiwanesische Ministerium für digitale Angelegenheiten (Moda) registrierte den Vorfall am 20. Juli 2026. Entdeckt wurde er von dem israelischen KI-Unternehmen Dream. Laut einem Bericht der Financial Times nutzten die Angreifer einen Open-Source-KI-Agenten, um daraus ein autonomes Hacking-Tool zu entwickeln.
Es verhielt sich laut Dream wie ein koordiniertes Cyberteam. Dabei kompromittierte es mindestens 85 Benutzerkonten von staatlichen Einrichtungen und entwendete mehr als 2.500 Personaldatensätze. Neben der Behörde für Atomsicherheit waren mindestens sieben Energieunternehmen betroffen.
Das Moda untersuchte die Angriffsquellen und stellte einen hybriden Ansatz fest: Die Hacker kombinierten manuelle Aktionen mit den Operationen der KI-Agenten. Taiwan hat daraufhin neue Schutzrichtlinien erlassen und die Systemüberwachung intensiviert, um künftige Vorfälle früher zu blockieren.
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Spuren führen nach China
Bislang haben weder die taiwanesischen Behörden noch Dream offizielle Anschuldigungen gegen China erhoben. Dream erklärte der Financial Times jedoch, dass die Angreifer in ihrer internen Kommunikation vereinfachtes Chinesisch nutzten. Die Wahrscheinlichkeit einer chinesischen Urheberschaft sei sehr hoch.
Die Zahl der Cyberangriffe auf Taiwans kritische Infrastruktur ist bereits im vergangenen Jahr stark gestiegen. 2025 zählten die Behörden bis zu 2,63 Millionen Attacken pro Tag auf Ziele wie Krankenhäuser und Banken. Einige dieser Vorfälle fielen zeitlich mit chinesischen Militärübungen vor der Küste Taiwans zusammen.