Eine Uni bei einer Prüfung

Elite-Uni zieht wegen KI Konsequenzen

Ein massiver Betrugsfall an der Brown University verändert die Prüfungsregeln. Vertrauen allein reicht nicht mehr.

Andreas Becker GPT-Images-2.0
Eine Uni bei einer Prüfung

Wirtschaftsprofessor Roberto Serrano hat an der US-amerikanischen Brown University einen großflächigen Betrug mit ChatGPT aufgedeckt. Nach einer fehlerfreien Onlineklausur zwang er seine Studenten in eine Präsenzprüfung, bei der die Leistungen extrem einbrachen. Der Fall verändert nun die Prüfungsordnungen an Elitehochschulen.

Verdächtige Rekordergebnisse

Serrano unterrichtet das Fach Mathematische Ökonomie. Nach einem tödlichen Amoklauf auf dem Campus entschied er, die Zwischenprüfung im März als Take-Home-Exam anzubieten. Er wollte die Studenten nach dem Vorfall entlasten. Statt der üblichen 30 Teilnehmer meldeten sich in diesem Semester fast 90 Personen an.

Die Ergebnisse der Zwischenprüfung fielen untypisch hoch aus. Der Notendurchschnitt lag bei 96 von 100 Punkten. 40 Teilnehmer erreichten ein fehlerfreies Resultat. Korrektoren stellten bei der Durchsicht fest, dass mehrere Antworten exakt mit den Ausgaben von ChatGPT übereinstimmten.

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Absturz bei der Präsenzklausur

Um den Verdacht zu prüfen, setzte Serrano für die Abschlussprüfung eine strikte Anwesenheitspflicht an. Das Resultat fiel eindeutig aus. Der Notendurchschnitt sank auf 48 Punkte.

Von den 89 für die Zwischenprüfung angemeldeten Studenten traten nur 59 zur Klausur im Hörsaal an. Unter den Abwesenden befanden sich 22 Personen, die zuvor bei der Heimprüfung noch die volle Punktzahl erreicht hatten.

Universitäten streichen den Vertrauensvorschuss

Die Universitätsleitung ignorierte den Vorfall laut Serrano zunächst. Erst als er ein Komitee für den akademischen Kodex einschaltete, bezeichnete das Dekanat die Ereignisse als »Weckruf«. Serrano streicht als Konsequenz alle künftigen Take-Home-Exams. Er wird wöchentliche Übungsaufgaben nicht mehr benoten, da diese unbeaufsichtigt gelöst werden.

Andere Universitäten der Ivy League ziehen bereits ähnliche Konsequenzen. Princeton lässt Klausuren wieder von Dozenten beaufsichtigen und beendet damit eine 133 Jahre alte Tradition, bei der die Lehrkräfte den Raum während der Prüfung verließen.

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