US-Ermittler haben den kalifornischen Firmenchef Greg Lui festgenommen. Sie werfen ihm vor, exportbeschränkte Hochleistungsserver im Wert von mehr als 300 Millionen Dollar nach China geschmuggelt zu haben. Die Geräte enthielten in den USA produzierte GPUs, die sich für KI-Anwendungen und militärische Zwecke einsetzen lassen.
Umweg über Malaysia und Singapur
Der 38-Jährige besitzt das Unternehmen Earthmade Computer im Großraum Los Angeles. Von 2023 bis 2024 soll er mit Komplizen Server gekauft und ohne die erforderlichen Genehmigungen nach China gebracht haben. Als vermeintliche Ziele nannten sie Malaysia und Singapur, für die keine entsprechende Exportlizenz nötig war.
Den US-Herstellern legte die Gruppe falsche Unterlagen zu Endkunden und Bestimmungsorten vor. Speditionen transportierten die Ware zunächst in die beiden südostasiatischen Staaten. Von dort gingen die Server an die tatsächlichen Abnehmer in China.
Ein Vorgang aus der Anklage zeigt die Dimension. Im Januar 2024 wollte eine malaysische Umschlagfirma 70 Server mit beschränkten GPUs kaufen. Lui bestellte daraufhin 27 Geräte für 7,61 Millionen Dollar bei einem US-Hersteller und ließ sie von Los Angeles nach Kuala Lumpur bringen. Im März bestätigte ein Komplize einem malaysischen Regierungsvertreter per E-Mail, dass die Server an einen Käufer in China weitergeleitet worden waren.
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Mehr als 176 Millionen Dollar aus Malaysia
Earthmade erhielt zwischen Januar und Oktober 2024 mehr als 176 Millionen Dollar von zwei malaysischen Versandunternehmen. Die Anklage umfasst Verstöße gegen US-Exportregeln, Schmuggel und Geldwäsche. Dafür stehen Höchststrafen von zweimal 20 sowie einmal zehn Jahren Haft im Raum.
Das US-Handelsministerium, der Ermittlungsdienst des Verteidigungsministeriums und das FBI untersuchen den Fall.
