Sechs von neun untersuchten KI-Chatbots übermitteln Informationen aus Gesprächen an externe Tracking-, Werbe- oder Analysedienste. Betroffen sind die Webversionen von ChatGPT, Claude, Gemini, Grok, Mistral und Perplexity. Bei Android-Apps fanden die Forscher solche Datenflüsse in drei von acht Fällen.
Das Team von IMDEA Networks testete die Dienste im Mai 2026 in Spanien. Die Forscher prüften kostenlose und kostenpflichtige Konten sowie verschiedene Cookie-Einstellungen.
Chat-Titel verraten Gesundheits- und Geldfragen
Gemini, Grok und Mistral übermittelten automatisch erzeugte Chat-Titel an Dritte. Solche Titel können bereits viel über einen Nutzer verraten. Grok machte aus einer Frage zu einer Hypothek bei 85.000 Dollar Jahresgehalt etwa den Titel »85.000-Dollar-Gehalt in NYC: 280.000 bis 350.000 Dollar Hypothek«.
ChatGPT und Claude gaben keine Titel weiter, schickten aber eindeutige Chat-Kennungen oder Chat-Links an Dienste wie Datadog und Intercom. Solche Anbieter übernehmen unter anderem Fehlerüberwachung, Analyse und Kundensupport. Die Kennungen können trotzdem einzelne Gespräche zuordbar machen.
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Grok gibt Prompts und Screenshots weiter
Am weitesten ging Grok. Nach Zustimmung zu nicht notwendigen Cookies übermittelte der Chatbot Titel und Chat-Links an sieben Dienste, darunter Meta, TikTok und Google. Grok-Gespräche waren standardmäßig öffentlich erreichbar, sofern der Nutzer dies nicht abschaltete.
Beim Öffnen eines geteilten Grok-Chats erhielten Meta und TikTok außerdem den letzten Prompt. TikTok bekam zusätzlich einen Screenshot. In eingebetteten Köder-Links registrierten die Forscher 70 spätere Zugriffe von 70 IP-Adressen aus 14 Ländern.
Cookie-Ablehnung stoppt viele Tracker nicht
Nach Ablehnung nicht notwendiger Cookies blieben 81 Prozent der beobachteten Tracker aktiv. Bei vier von neun kostenlosen Webdiensten sammelten Dritte weiterhin Daten. Zwischen kostenlosen und kostenpflichtigen Konten fanden die Forscher kaum Unterschiede.
Die Forscher informierten im April 2026 europäische Datenschutzbehörden. xAI antwortete bis zur Veröffentlichung der Untersuchung nicht. Im September waren Grok-Chats weiterhin standardmäßig öffentlich abrufbar.