Anthropic veröffentlicht Claude Cowork für Windows
Der KI-Agent automatisiert ab sofort Dateimanagement und Büroaufgaben direkt auf Microsoft-Betriebssystemen.

Anthropic bringt seinen KI-Agenten "Claude Cowork" auf das Microsoft-Betriebssystem. Die Software ist ab sofort als Research-Preview für Windows-Nutzer mit einem kostenpflichtigen Abonnement verfügbar und bietet den vollen Funktionsumfang der macOS-Version.
Feature-Parität auf dem Desktop
Nach dem Start für Apple-Rechner im Januar schließt der Hersteller nun die Lücke zu Windows. Der KI-Agent steht allen Anwendern mit einem kostenpflichtigen Claude-Tarif direkt über die Webseite des Unternehmens zum Download bereit. Laut den veröffentlichten Spezifikationen bietet die Windows-Fassung vom ersten Tag an eine vollständige Funktionsgleichheit zur bereits etablierten macOS-Version.
Das bedeutet für Nutzer, dass sie komplexe und mehrstufige Arbeitsabläufe nun ebenfalls auf dem Microsoft-Betriebssystem ausführen. Die Software greift dabei lokal auf Dateien zu und nutzt die integrierten Plugins sowie MCP-Connectoren. Diese standardisierten Schnittstellen erlauben die direkte Anbindung an externe Datenquellen und Clouddienste, wodurch die Verarbeitungsfähigkeiten des Agenten auf dem lokalen System deutlich steigen.
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Cowork is now available on Windows.
— Claude (@claudeai) February 10, 2026
We’re bringing full feature parity with MacOS: file access, multi-step task execution, plugins, and MCP connectors. pic.twitter.com/329DqJz5q5
Neue Steuerung durch Ordner-Vorgaben
Zeitgleich mit dem Windows-Release integriert Anthropic eine wesentliche Steuerungsfunktion für die Software. Anwender konfigurieren ab sofort globale Vorgaben sowie sehr spezifische Anweisungen für einzelne Ordner. Das Sprachmodell übernimmt diese definierten Parameter automatisch in jede neue Sitzung. Ein wiederholtes Eingeben der gleichen Anforderungen entfällt somit vollständig.
Diese dauerhaften Instruktionen zwingen das System dazu, festgelegte Formatierungsrichtlinien, Programmierstandards oder Namenskonventionen bei der Erstellung von Dateien strikt einzuhalten. Technisch betrachtet integriert die Software diese Regeln als permanenten Kontext, sobald der Agent in einem mit Anweisungen versehenen Verzeichnis operiert.
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Automatisierung erfordert weiterhin Kontrolle
Trotz der neuen Plattformverfügbarkeit bleibt die Kernaufgabe des Programms die komplexe Automatisierung des Dateimanagements. Cowork fungiert als aktiver Assistent auf dem Rechner, der Dokumente analysiert, spezifische Inhalte extrahiert und eigenständig strukturierte Dateien generiert. Der Anbieter verspricht eine spürbare Reduzierung monotoner Aufgaben im Büroalltag durch diese autonomen Dateioperationen.
In der praktischen Anwendung erfordert ein derart direkter Systemzugriff jedoch eine kontinuierliche und sorgfältige Prüfung. Der Agent arbeitet zwar ausschließlich in vorher freigegebenen Verzeichnissen, plant Änderungen aber selbstständig. Bei der KI-gesteuerten Modifikation von Dokumenten bleibt ein Restrisiko für inhaltliche Fehler bestehen. Die vom System generierten Resultate bedürfen daher weiterhin einer menschlichen Endkontrolle vor der finalen Bestätigung.