Anthropic hat im dritten Quartal 16,8 Milliarden Dollar umgesetzt, doch das nachlassende Wachstum drückt vor dem geplanten Börsengang auf die Bewertungserwartungen. Einige potenzielle Investoren halten inzwischen selbst einen Börsenwert von 1,5 Billionen Dollar für zu hoch.
Milliardenumsatz reicht nicht für jede Erwartung
Bei einem privaten Investorentreffen in San Francisco präsentierte Anthropic ein Umsatzplus von rund 45 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Wie The Information berichtet, hatte das Wachstum im zweiten Quartal noch mehr als 140 Prozent betragen, vor allem dank der Nachfrage nach Claude Code.
Trotz der Verlangsamung übertrifft der Quartalsumsatz den gesamten Jahresumsatz von 2025 um mehr als das 3,6-Fache. Der Börsengang wird für November vor Thanksgiving erwartet.
Einige Banker hatten zuvor eine Bewertung von bis zu zwei Billionen Dollar ins Gespräch gebracht. Nach der Präsentation rechnen manche Investoren damit, dass die Banken ihre Erwartungen auf weniger als 1,5 Billionen Dollar senken müssen. Im Mai lag Anthropics private Bewertung bei 965 Milliarden Dollar.
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Bereinigter Gewinn und Einnahmen durch Modellkopien
Für die ersten neun Monate nannte Anthropic eine bereinigte operative Marge von elf Prozent. Dabei bleiben unter anderem Aktienvergütungen unberücksichtigt.
Die Financial Times berichtet außerdem vom zweiten Quartal in Folge mit bereinigter Profitabilität und einem positiven Cashflow. Im dritten Quartal erzielte Anthropic je Dollar Rechenkosten 1,70 Dollar Umsatz. Das Verhältnis zeigt, wie viel Umsatz den Rechenkosten gegenübersteht, deckt aber nicht sämtliche Unternehmenskosten ab.
Gleichzeitig stammen schätzungsweise fünf bis sieben Prozent des Umsatzes aus sogenannter Destillation. Dabei nutzen andere Unternehmen Antworten von Claude als Trainingsmaterial für eigene KI-Modelle. Anthropic bekämpft diese Nutzung und kündigte den Investoren sinkende Einnahmen aus diesem Geschäft an, die das laufende Quartal belasten werden.
