Dario Amodei beim Börsengang

Anthropic will trotz 42 Milliarden Dollar Verlust an die Börse

Andreas Becker GPT-Images-2.0
Dario Amodei beim Börsengang

Anthropic bereitet einen der größten Börsengänge der Geschichte vor. Der Claude-Entwickler strebt trotz eines Nettoverlusts von fast 42 Milliarden Dollar im Jahr 2025 eine Bewertung von mehr als zwei Billionen Dollar an. Hinter der spektakulären Verlustzahl steckt allerdings zum großen Teil ein Buchungseffekt.

Der Verlust ist nicht gleich Geldabfluss

Reuters hat den bislang nicht veröffentlichten Börsenprospekt eingesehen. Demnach steigerte Anthropic seinen Umsatz 2025 um das Zwölffache auf fast 4,6 Milliarden Dollar. Gleichzeitig wuchs der operative Verlust von 2,98 auf 8,06 Milliarden Dollar.

Von den knapp 42 Milliarden Dollar Nettoverlust entfielen rund 34 Milliarden auf die Neubewertung früherer Finanzierungen, die später in Aktien umgewandelt werden können. Dieses Geld floss nicht aus dem laufenden Geschäft ab. Trotzdem zeigen die übrigen Zahlen, wie teuer Anthropics Wachstum ist.

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518 Milliarden Dollar für Rechenleistung

Allein für Rechenleistung und Infrastruktur gab Anthropic 2025 rund 7,33 Milliarden Dollar aus, dreimal so viel wie im Vorjahr. Insgesamt beliefen sich die Betriebsausgaben auf 12,65 Milliarden Dollar. Für die kommenden Jahre weist der Prospekt Verpflichtungen von 518 Milliarden Dollar für Cloud-Dienste, Rechenleistung und Infrastruktur aus.

Zum Jahresende verfügte Anthropic über 20,28 Milliarden Dollar in bar, kurzfristigen Geldanlagen und vergleichbaren Mitteln. Zugleich stammte fast ein Viertel des Umsatzes von nur zwei Kunden. Viele Großkunden sind außerdem nicht durch langfristige Verträge gebunden.

Das Geschäft wächst 2026 noch schneller

Die Zahlen für 2026 zeigen bereits ein anderes Bild. Im zweiten Quartal erreichte Anthropic rund 11,5 Milliarden Dollar Umsatz, etwa vierzehnmal so viel wie ein Jahr zuvor. Ende Juli lag der auf ein Jahr hochgerechnete Umsatz bei mehr als 65 Milliarden Dollar. Auf bereinigter Basis erzielte das Unternehmen im zweiten Quartal einen operativen Gewinn.

Der Börsengang dürfte erst nach den US-Zwischenwahlen im November erfolgen. Die angestrebte Bewertung wäre mehr als doppelt so hoch wie die 965 Milliarden Dollar, mit denen Anthropic bei seiner Finanzierungsrunde im Mai bewertet wurde.

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