Schwere Vorwürfe gegen Teslas Autopilot
Das autonome Fahren von Tesla fällt bei internen Tests durch. Dokumente zeigen erschreckende Sicherheitsmängel im System.

Interne Dokumente und Aussagen ehemaliger Mitarbeiter decken gravierende Sicherheitsmängel in Teslas Fahrassistenzsystem »Autopilot« auf. Der Autohersteller schönt offenbar Unfallstatistiken und täuscht bei öffentlichen Demonstrationen über die tatsächlichen Fähigkeiten der KI-Modelle hinweg.
Zweifel an der Zuverlässigkeit
Tesla beschäftigt Hunderte von Spezialisten, die Videomaterial der Fahrzeugkameras auswerten und das sogenannte »Full Self-Driving« trainieren. Neun dieser ehemaligen Datenanalysten bestätigen nun, dass die Technologie bei grundlegenden Fahrmanövern regelmäßig versagt. Sie beobachteten auf den Aufnahmen, wie die Fahrzeuge Tiere überfuhren, Verkehrsregeln missachteten und Hindernisse zu spät erkannten.
Die Mitarbeiter haben so wenig Vertrauen in die Technologie, dass sie sich nach eigenen Angaben nicht selbst in ein solches Robotaxi setzen würden. Ein spezielles Team, das intern als »Trauma-Team« bezeichnet wurde, wertete gezielt Beinaheunfälle mit Fußgängern aus. Berichten zufolge wurden gravierende Sicherheitsprobleme von der Führungsebene oft ignoriert oder intern unter Verschluss gehalten.
Zweifelhafte Methoden bei der Datenerhebung
Offiziell behauptet das Unternehmen, das autonome Fahren sei zehnmal sicherer als ein menschlicher Fahrer. Verkehrsforscher kritisieren diese Statistik jedoch scharf. Der Hersteller vergleicht schwere Unfälle seiner eigenen Flotte, bei denen Airbags auslösten, mit landesweiten Daten zu sämtlichen Autounfällen, für die lediglich ein Abschleppwagen gerufen wurde.
Zudem bleibt das Fahrzeugalter in dieser Berechnung unberücksichtigt. Eine Tesla-Flotte mit einem Durchschnittsalter von knapp vier Jahren wird mit dem gesamten nationalen Bestand verglichen, dessen Durchschnitt bei fast 13 Jahren liegt. Neuere Autos verfügen generell über bessere Sicherheitssysteme, was den direkten Vergleich verfälscht.
Konkurrenten wie Waymo wenden deutlich strengere Maßstäbe an. Sie vergleichen ihre Systeme ausschließlich mit Fahrten unter identischen regionalen Bedingungen und lassen ihre Ergebnisse wissenschaftlich prüfen. Tesla veröffentlicht hingegen nur isolierte Zahlen und hält die grundlegenden Unfalldaten geheim.
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Täuschung bei öffentlichen Präsentationen
Bei öffentlichen Vorführungen in Texas oder Los Angeles präsentierte die Geschäftsführung die Fahrzeuge als funktionierende Robotaxis. Man versprach ein System, das sich mithilfe künstlicher Intelligenz jederzeit in neuen Umgebungen zurechtfinden könne. Recherchen zeigen nun, dass die Testgebiete im Vorfeld von Mitarbeitern manuell und aufwendig kartiert wurden.
Für diese Demonstrationen verbrachten Angestellte Hunderte von Stunden damit, Fahrbahnmarkierungen und Bordsteine im System zu hinterlegen. Auch bekannte Werbevideos, in denen Autos völlig autonom durch den Verkehr navigierten, waren offenbar inszeniert. Für die Aufnahmen waren zahlreiche Anläufe nötig, da die Technik fehlerhaft reagierte und während der Dreharbeiten sogar Unfälle verursachte.
Umgang mit bekannten Defekten
Problematisch ist vor allem das Verhalten bei hohen Geschwindigkeiten. Ein sogenannter »Mad Max«-Modus im System führte dazu, dass die Fahrzeuge Geschwindigkeitsbegrenzungen teilweise deutlich überschritten. Solche riskanten Fahrmanöver wurden von den verantwortlichen Ingenieuren trotzdem nur als niedrig priorisiert eingestuft.
In der Vergangenheit kam es bereits zu schweren Zwischenfällen mit teils tödlichem Ausgang. Angehörige von Unfallopfern kritisieren, dass behördliche Ermittlungen im Sande verliefen, weil relevante Daten aus den Fahrzeugen angeblich fehlten oder nicht herausgegeben wurden. Ein Datenleck legt nahe, dass dem Unternehmen Tausende solcher Vorfälle detailliert bekannt waren.
Die neuen Berichte verdeutlichen, dass der flächendeckende und sichere Einsatz vollständig autonomer Fahrzeuge im alltäglichen Straßenverkehr weiterhin eine große Herausforderung darstellt.
Daher sollte man weniger glauben und mehr prüfen. Waymo macht in diesem Bereich aktuell den deutlich besseren Eindruck.