USA, Europa und China bei KI

China plant Exportverbot für wichtige KI Modelle

China und die USA schotten ihre besten Modelle ab. Die EU steht bald komplett ohne starke Alternativen da.

Andreas Becker GPT-Images-2.0
USA, Europa und China bei KI

Bisher galt die Sorge vor allem den USA, nun greift die Abschottung auch in Asien um sich. Die chinesische Regierung erwägt strenge Exportbeschränkungen für ihre besten KI-Modelle. Für Europa platzt damit die naive Hoffnung auf eine günstige und offene Alternative zu den reglementierten US-Diensten.

KI als nationales Sicherheitsgut

Chinesische Behörden verhandeln bereits mit Tech-Giganten wie Alibaba und Bytedance über den künftigen Auslandszugang zu deren Spitzenmodellen. Die Weitergabe der Technologie soll demnächst unter das strenge nationale Sicherheitsgesetz des Landes fallen. Das träfe auch Modelle wie »GLM-5.2« des Start-ups Z.ai, die das Niveau der US-Konkurrenz zu einem Bruchteil der Kosten erreichen.

Peking reagiert damit direkt auf Washington. Die US-Regierung hatte erst im Juni den Zugriff auf Anthropics fortschrittliche Modelle »Fable« und »Mythos« für ausländische Nutzer blockiert. Die Supermächte behandeln ihre Modelle inzwischen als strategisches Gut und schließen die Türen für externe Nutzer ab.

Anzeige

Der bequeme Ausweg verschwindet

Für europäische Entwickler und Unternehmen schließt sich damit ein Notausgang. Günstige Modelle aus China galten lange als einfacher Weg, um die Abhängigkeit von US-Anbietern zu umgehen. Dieser Pfad erweist sich nun als Sackgasse. Abgesehen vom französischen Anbieter Mistral verfügt Europa kaum über eigene, konkurrenzfähige KI-Modelle.

Erschwerend kommt hinzu, dass der Kontinent weiterhin sein wichtigstes Kapital verliert. Europäische Experten trainieren über Vermittlungsplattformen wie Mercor gezielt die Modelle ausländischer Labore. Das Fachwissen wandert so in Trainingsdaten von Modellen, die der EU künftig verwehrt bleiben könnten.

Zahnlose Gegenmaßnahmen

Europa reagiert auf diese doppelte Abhängigkeit aus einer Position der Schwäche. Die im vergangenen Jahr beschlossene Initiative »InvestAI« sieht 20 Milliarden Euro für eigene große Rechenzentren vor. Die formelle Ausschreibung verzögert sich allerdings bis zum Sommer 2026, der Bau beginnt frühestens 2027.

Im globalen Maßstab wirken diese Bemühungen fast schon resignativ. Allein die vier US-Riesen Amazon, Alphabet, Microsoft und Meta geben im Jahr 2026 voraussichtlich 700 Milliarden Dollar im KI-Sektor aus. Europa muss die technologische Realität bei Rechenleistung und Datenmengen rasch akzeptieren, anstatt auf ein Ende der Entwicklung zu hoffen.

KI-Wissen mit menschlicher Note

Wir arbeiten wie die großen Magazine: KI-gestützt, aber jeder Text wird von echten Menschen geprüft und optimiert. Was uns unterscheidet? Bei uns gibt es keine Paywall!

Jeder Beitrag zählt – auch das Teilen.