Google bringt neues KI-Modell für Forscher
Die neue Technologie ERA schreibt wissenschaftlichen Programmcode auf Expertenniveau und optimiert komplexe Berechnungen selbstständig.

Google hat ein neues KI-Modell namens Empirical Research Assistance vorgestellt, das wissenschaftlichen Programmiercode auf Expertenniveau schreibt. Die in der Fachzeitschrift Nature veröffentlichte Entwicklung bildet die Basis für die neue Forschungsplattform »Computational Discovery«.
Intelligente Code-Optimierung für die Wissenschaft
Das KI-Modell nutzt die Leistung von Gemini, um computergestützte Experimente selbstständig zu testen und zu verfeinern. Bei einer wissenschaftlichen Fragestellung durchsucht die Technologie die Fachliteratur, entwirft eigenen Code und bewertet die Ergebnisse autonom.
Für die Optimierung greift das KI-Modell auf einen sogenannten Tree-Search-Ansatz zurück. Hierbei analysiert es tausende von Optionen parallel, um den bestmöglichen Code für ein definiertes Ziel zu finden. In etablierten Benchmarks aus der Genomik, der Mathematik und den Neurowissenschaften erreichte das KI-Modell bereits die Leistung menschlicher Experten.
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Präzise Prognosen von Klima bis Wirtschaft
Praktische Tests der vergangenen sechs Monate zeigen konkrete Erfolge in der Anwendung. Bei der Vorhersage von Krankenhausaufnahmen durch Grippe, COVID-19 und RSV in den USA belegten die Prognosen des KI-Modells Spitzenplätze auf den offiziellen Bestenlisten der Gesundheitsbehörde CDC.
Quelle: Google
Ein weiteres Einsatzgebiet ist die Umweltforschung. Das KI-Modell entwickelte eine Methode zur präzisen Kartierung von atmosphärischem Kohlendioxid mithilfe von Wettersatelliten. Die CO2-Konzentration lässt sich damit alle zehn Minuten flächendeckend bestimmen, wodurch selbst urbane Emissionen sichtbar werden.
Quelle: Google
Zudem optimierte das KI-Modell dreidimensionale Solaranlagen zur Maximierung der Energieausbeute und übertraf gängige Vorhersagen für den US-Einzelhandel.
Start der neuen Forschungsplattform
Die Technologie hinter dem KI-Modell fließt nun in die Plattform »Computational Discovery« ein. Google öffnet den Zugang zu diesem experimentellen Tool schrittweise über ein Testprogramm in den Google Labs. Zusammen mit ergänzenden Funktionen zur Hypothesengenerierung soll die Anwendung die wissenschaftliche Arbeit grundlegend unterstützen.

