Anthropic macht kleine KI-Modelle deutlich günstiger. Claude Haiku 5.5 kostet bei Anfragen bis 100.000 Token nur noch 10 Cent pro Million Eingabetoken und 50 Cent pro Million Ausgabetoken. Gleichzeitig rückt das Modell bei Wissensarbeit und Computerbedienung erstaunlich nah an größere Konkurrenten heran.
Quelle: Anthropic
Bei Wissensarbeit vor GPT-6 Luna
Im GDPval-AA v2.1 erreicht Haiku 5.5 eine Elo-Wertung von 1620 Punkten. Der Vorgänger kommt auf 735 Punkte, GPT-6 Luna auf 1437 und Claude Sonnet 5.5 auf 1840. Der Benchmark bewertet Arbeitsergebnisse aus verschiedenen Berufen und macht den Sprung der kleinen Claude-Variante besonders deutlich.
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Ähnlich groß fällt der Unterschied bei anspruchsvollen Wissensfragen aus. In Humanity’s Last Exam erzielt Haiku 5.5 ohne Tools 46 Prozent, mit Tools sind es 57 Prozent. Haiku 4.5 erreicht lediglich 10 beziehungsweise 19 Prozent, während Sonnet 5.5 mit 57 und 65 Prozent weiter vorn liegt.
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Bei der Bedienung grafischer Oberflächen schafft Haiku 5.5 im Offline-Teil von OSWorld 2.1 eine Erfolgsquote von 72 Prozent. Damit liegt es weit vor Haiku 4.5 mit 16 Prozent und GPT-6 Luna mit 49 Prozent. Sonnet 5.5 bleibt mit 84 Prozent die stärkere Wahl.
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Auch bei der Programmierung holt das kleine Modell auf. In Terminal-Bench 4.0 erreicht es 39 Prozent, während der Vorgänger keine Aufgabe löst und GPT-6 Luna auf 16 Prozent kommt. Die 71 Prozent von Sonnet 5.5 zeigen aber klar, warum Anthropic das größere Modell weiterhin für komplexe agentische Programmieraufgaben empfiehlt.
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Fünf Stufen zwischen Tempo und Qualität
Haiku 5.5 ist das erste Haiku-Modell mit einstellbarer Thinking-Stufe. Nutzer können zwischen Low, Medium, High, Xhigh und Max wählen und damit Kosten gegen Antwortqualität abwägen. Das passt zur vorgesehenen Rolle bei Zusammenfassungen, Klassifizierungen, Datenbankabfragen, Browserbedienung und als günstiger Subagent für größere Claude-Modelle.
Anthropic meldet außerdem deutliche Fortschritte bei seinen Alignment-Tests. Das Modell zeigt seltener unerwünschtes Verhalten und unterstützt missbräuchliche Anfragen weniger bereitwillig. Die Schutzmechanismen für Cybersicherheit erlauben mehr defensive Arbeiten als Sonnet 5.5, blockieren aber Penetrationstests und weitere eher offensiv nutzbare Techniken.
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Niedrige Preise gelten bis 100.000 Token
Bis zu einer Promptlänge von 100.000 Token kosten eine Million Eingabetoken 10 Cent und eine Million Ausgabetoken 50 Cent. Cache-Lesezugriffe liegen bei einem Cent, Schreibzugriffe bei 12,5 Cent. Oberhalb dieser Grenze steigen die Preise auf 50 Cent für die Eingabe, 2,50 Dollar für die Ausgabe, fünf Cent fürs Lesen und 62,5 Cent fürs Schreiben des Caches.
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Für kurze Anfragen sinkt der Tokenpreis gegenüber Haiku 4.5 damit um 90 Prozent, bei längeren um 50 Prozent. Unter Berücksichtigung des veränderten Tokenizers kostet eine typische Aufgabe im Mittel rund 75 Prozent weniger.
Claude Haiku 5.5 ist unter der Modell-ID »claude-haiku-5-5« über die Claude Platform, Amazon Web Services, Google Cloud und Microsoft Azure verfügbar.






