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X legt Ranking-Algorithmus und Shadowbans offen

Die Plattform veröffentlicht den Quellcode ihres Feeds. Ein neues Tool zeigt Nutzern versteckte Reichweiten-Drosselungen an.

Andreas Becker GPT-Images-2.0
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Die Social-Media-Plattform X hat den Quellcode ihres »For You«-Algorithmus auf GitHub veröffentlicht. Nutzer können durch eine neue Funktion nun selbst überprüfen, ob ihre Accounts von einer versteckten Reichweiten-Drosselung betroffen sind.

Einblicke in den Feed

Der Code steht unter der Apache-2.0-Lizenz und steuert, welche Inhalte auf der Startseite landen. Das Repository ist nach dem Update etwa zehn- bis fünfzehnmal größer als bei früheren Veröffentlichungen. Die Software besteht primär aus Rust (36 Prozent), Python (30 Prozent) und Scala (24 Prozent), ergänzt durch Code in Java und C++.

Die Dokumentation zeigt detailliert, wie X die Sichtbarkeit von Inhalten bewertet. Das System kombiniert Beiträge von gefolgten Accounts, im Code »Thunder« genannt, mit Inhalten fremder Nutzer über Module wie »SimClusters«. Die integrierte Phoenix-Software liest dabei die bisherigen Interaktionen des Nutzers aus und berechnet, wie wahrscheinlich dieser auf einen neuen Post reagieren wird.

Für eine hohe Reichweite sind demnach positive Interaktionen entscheidend. Werden Posts dagegen häufig von anderen stummgeschaltet oder blockiert, greifen Filter ein. Systeme mit Bezeichnungen wie »Botmaker« oder »Scarecrow« verknüpfen Accounts intern mit Labels, die Beiträge ausblenden oder hinter Warnhinweisen verstecken.

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Tool deckt »Shadowbans« auf

Damit Anwender diese Einschränkungen nachvollziehen können, führt X die Funktion »Under the Hood« ein. Sie liefert Nutzern eine JSON-Datei mit aggregierten Statistiken über ihren Account.

Darin lässt sich ablesen, ob das System im vergangenen Monat negative Labels vergeben hat. Solche unsichtbaren Eingriffe in die Reichweite sind als »Shadowbans« bekannt und sorgten bereits vor der Übernahme durch Elon Musk immer wieder für politische Diskussionen.

Voraussetzung für den Datenabruf ist, dass der Nutzer in den letzten 30 Tagen mindestens zehn Beiträge veröffentlicht hat. Nicht-Programmierer können die JSON-Datei in ein KI-Sprachmodell laden und sich die Auswirkungen auf ihren Account in Textform erklären lassen.

Spam-Schutz bleibt geheim

Ziel der Veröffentlichung ist laut X-Produktchef Keith Coleman die Auditierung des Codes. Entwickler können über GitHub eigene Verbesserungsvorschläge für das Ranking-System einreichen. Externe Wissenschaftler konnten die Kernfunktionen bereits vorab testen und außerhalb der Plattform ausführen.

Einige Filter-Mechanismen hält das Unternehmen jedoch zurück. Dazu zählen Modelle, die mithilfe der hauseigenen KI Grok künftige Regelverstöße vorhersagen. Das soll verhindern, dass Spammer den Algorithmus ausnutzen, um das Netzwerk mit unerwünschten Inhalten zu fluten.

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