Terafab mit Elon Musk

Terafab: Experten zerpflücken Musks ehrgeizige Chip-Pläne

Der Tech-Milliardär kündigt in einer Rede eine eigene Halbleiterfabrik an. Fachleute halten das Projekt für unmöglich.

Andreas Becker Nano Banana
Terafab mit Elon Musk

Elon Musk hat in einer neuen Rede den Bau der Chipfabrik "Terafab" in Texas angekündigt. Das Gemeinschaftsprojekt von Tesla, SpaceX und xAI plant eigene KI-Chips, doch Fachleute bezweifeln die technische Machbarkeit der ehrgeizigen Pläne stark.

2-Nanometer-Technik ohne Erfahrung

Musk will Zulieferer wie TSMC umgehen und die gesamte Chipproduktion selbst übernehmen. Er kündigt direkt den Einstieg in das extrem anspruchsvolle 2-Nanometer-Verfahren an.

Dieses Vorhaben werten Branchenkenner als völlig realitätsfern, da den beteiligten Firmen bisher jegliches technisches Fachwissen in der Halbleiterfertigung fehlt.

Etablierte Hersteller stecken Jahrzehnte an Entwicklung in diese winzigen Strukturen. Ein plötzlicher Quereinstieg funktioniert in dieser hochkomplexen Industrie praktisch nie.

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Das Hitzeproblem im Weltall

Ein Großteil der produzierten Bauteile soll künftig spezielle orbitale Rechenzentren antreiben. Der Unternehmer verspricht sich davon eine unbegrenzte Energieversorgung und eine simple Kühlung direkt im kalten Weltraum.

Dieser Gedanke ignoriert grundlegende physikalische Gesetze.

Ein Vakuum isoliert Wärme hervorragend und wirkt wie eine riesige Thermoskanne. Die gewaltige Abwärme aktueller KI-Modelle lässt sich im luftleeren Raum nicht durch einfache Ventilatoren abtransportieren. Die Hardware gibt Hitze dort extrem ineffizient über Strahlung ab, was den Bau von riesigen und schweren Radiatoren erfordert.

Fehlende Maschinen für den Zeitplan

Der Tech-Milliardär peilt für den Start der Anlage in Austin einen äußerst knappen Zeitplan an. Dieses Versprechen scheitert jedoch absehbar an der harten Realität des Marktes.

Für die Herstellung fortschrittlicher Halbleiter benötigen Fabriken hochspezialisierte Belichtungsmaschinen.

Ein einziger Hersteller aus den Niederlanden (ASML) liefert diese wichtigen High-Tech-Anlagen. Die Auftragsbücher für diese kritischen Geräte sind bereits auf viele Jahre im Voraus restlos ausgebucht. Ohne diese Lieferungen bleibt das teure Fabrikgebäude in Texas auf absehbare Zeit eine leere Halle.

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