OpenAI veröffentlicht 722 Mathearbeiten eines unveröffentlichten KI-Modells

OpenAI hat 722 mathematische Manuskripte veröffentlicht, die ein bislang unveröffentlichtes KI-Modell erzeugt hat. Die Sammlung ordnet die Arbeiten 372 Themenfamilien zu und umfasst Resultate aus zahlreichen Bereichen der Mathematik. Viele Beweise liegen zusätzlich in der Programmiersprache Lean vor und können damit vom Computer geprüft werden.
4.000 Aufgaben für 722 Manuskripte
Für die Auswertung stellte OpenAI dem Modell rund 4.000 offene Forschungsprobleme. Ein Ergebnis beanspruchte im Durchschnitt Rechenaufwand im Umfang von drei Stunden ChatGPT Pro Thinking. Aus den Ausgaben entstanden anschließend die Manuskripte und zusammengehörigen Themenfamilien, die das Unternehmen nach ihrer Bedeutung auswählte.
Das öffentliche GitHub-Repository enthält neben den Arbeiten auch Quelltexte, Zitierhinweise und formalisierte Beweise. Zehn gekürzte Zusammenfassungen dokumentieren zudem den Lösungsweg des Modells. Dazu gehören Arbeiten zum Irrationalitätsmaß von Pi, zu Mahler-Vermutungen und zum dreidimensionalen Vlasov-Maxwell-System.
Die Arbeiten befinden sich nicht alle auf demselben Prüfstand. Ein Teil besitzt noch keine Lean-Formalisierung und könnte Fehler enthalten. Korrekturen und Überarbeitungen will OpenAI als neue Versionen veröffentlichen, während frühere Fassungen zugänglich bleiben.
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Mathematiker fordern nachvollziehbare Veröffentlichungen
Bei der Veröffentlichung orientierte sich OpenAI an Empfehlungen einer unabhängigen Beratergruppe am Institute for Advanced Study. Diese verlangt unter anderem nachvollziehbare Angaben zum verwendeten Modell, zu Prompts, Rechenzeit und Kosten. KI-generierte Beweise sollen außerdem möglichst formalisiert und in wissenschaftlichen Archiven mit dauerhaften Kennungen, Versionsverlauf und Kommentarfunktion abgelegt werden.
GitHub erfüllt diese Vorstellungen nur teilweise, da das Repository weiterhin von OpenAI kontrolliert wird. Das KI-Unternehmen sucht deshalb nach einer von der Fachgemeinschaft getragenen Alternative. Zudem will es Workshops, Konferenzen und Sonderprogramme finanzieren, damit Mathematiker die veröffentlichten Ergebnisse nachvollziehen und weiterentwickeln können. An einer Freigabe des Modells arbeitet OpenAI ebenfalls.