Eine Sonne ist nur zur hälfte gefüllt

Warum OpenAI GPT-5.6 den »Juice« abgestellt hat

Die Aufregung um schwächere Reasoning-Level war groß. Ein Bugfix bringt Nutzern jetzt sogar zehn Prozent mehr Kontingent.

Andreas Becker GPT-Images-2.0
Eine Sonne ist nur zur hälfte gefüllt

OpenAI hat Berichte über eine dauerhafte Leistungsminderung bei GPT-5.6 Sol zurückgewiesen. Temporäre Eingriffe in die Denkbudgets wurden nur rückgängig gemacht, sodass Nutzer von Codex und ChatGPT Work durch Effizienzsteigerungen nun rund zehn Prozent mehr Nutzungskontingent erhalten.

Verwirrung um reduzierte Denkbudgets

Am Wochenende fiel Nutzern auf, dass OpenAI die Reasoning-Level nach unten verschoben hatte. Laut dem X-Account FixlationAI lieferte die höchste Rechenleistung nur noch das Niveau der Stufe »Extra High«. Anwender befürchteten deshalb, OpenAI habe GPT-5.6 Sol heimlich beschnitten und damit bisherige Benchmarks entwertet.

Tibo Sottiaux, Produktleiter bei OpenAI, widersprach dieser Darstellung auf X. Er erklärte, dass es sich nicht um ein gezieltes Downgrade handelte. Die Anpassungen waren Teil einer internen Fehlersuche.

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Das Geheimnis um den »Juice«

Das Entwicklungsteam hatte festgestellt, dass bei GPT-5.6 Sol unerwartet viel Kontingent abgebucht wurde. Der Auslöser war die Erweiterung des Kontextfensters von 272.000 auf 372.000 Token. Um den hohen Verbrauch zu analysieren, experimentierten die Entwickler kurzzeitig mit den sogenannten »Juice«-Werten. Dieser interne Begriff beschreibt das Rechenbudget für Reasoning.

Sottiaux bestätigte das Ende der »Juice«-Experimente. Die ursprünglichen Werte sind wiederhergestellt. Alle bisherigen Benchmarks behalten damit ihre Gültigkeit. Ein manuelles Nachsteuern der Reasoning-Stufen ist für Nutzer nicht mehr nötig, da die Stufe »Max« wieder die gewohnte Leistung liefert.

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Mehr Kontingent und behobene Fehler

Das fehlerhafte Kontextfenster läuft vorerst wieder auf dem alten Limit der Vorversion GPT-5.5. Es soll in den kommenden Tagen fehlerfrei neu ausgerollt werden. Bis dahin schrumpft das Nutzerkontingent spürbar langsamer.

Die Entwickler beheben aktuell noch einen Fehler bei Multi-Agenten-Szenarien, die in den hohen Reasoning-Stufen ebenfalls zu viel Budget verbrauchten. Als Ausgleich für die Unannehmlichkeiten bleibt das Fünf-Stunden-Nutzungslimit für GPT-5.6 Sol weiterhin ausgesetzt.

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