OpenAI Logo an der Börse

OpenAI plant nun auch offiziell einen Börsengang

Nach SpaceX und Anthropic hat nun auch Open einen vertraulichen Entwurf bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht.

Andreas Becker GPT-Images-2.0
OpenAI Logo an der Börse

OpenAI hat bei der US-Börsenaufsicht SEC einen vertraulichen Entwurf für einen Börsengang eingereicht. Dieser Schritt erfolgt nur eine Woche nach der Ankündigung des Konkurrenten Anthropic und verschärft das Rennen um frisches Kapital.

Hoher Finanzbedarf treibt den Zeitplan

Die vertrauliche Einreichung des sogenannten »S-1-Formulars« erlaubt es OpenAI, die Vorbereitungen für den Börsengang ohne sofortige Offenlegung von Geschäftsberichten zu starten. Dieser Schritt wird vor allem durch die enormen Kosten für die Entwicklung zukünftiger Modelle vorangetrieben.

Zwar konnte das Unternehmen erst im März dieses Jahres eine Finanzierungsrunde über 122 Milliarden US-Dollar abschließen. Prognosen des Wall Street Journal zufolge wird das Unternehmen aber eine Summe in dieser enormen Größenordnung allein im Jahr 2028 für Rechenleistung aufwenden müssen.

Finanzchefin Sarah Friar äußerte bereits Bedenken, ob die Einnahmen die Ausgaben für neue Rechenzentren decken können. Für das Jahr 2028 rechnet das Management mit einem Verlust von 85 Milliarden US-Dollar. Ein positiver Cashflow wird intern erst für das Jahr 2030 erwartet.

Anzeige

Ein Trio für historische Börsendebüts

Mit seinen konkreten Börsenplänen steht OpenAI nicht alleine da. Neben dem Konkurrenten Anthropic plant auch das Raumfahrtunternehmen SpaceX von Elon Musk ein baldiges Debüt auf dem Aktienmarkt.

SpaceX wird derzeit mit rund 1,75 Billionen US-Dollar bewertet und dürfte als erstes der drei Schwergewichte an die Börse gehen. Anthropic zog kürzlich auf dem Zweitmarkt mit einer Bewertung von einer Billion US-Dollar an OpenAI vorbei – getrieben durch ein massives Wachstum von 123 Prozent seit Jahresbeginn, während OpenAI laut dem NYSE OpenVC 500 Index zuletzt bei rund 880 Milliarden US-Dollar bewertet wurde.

Branchenkenner vermuten ein enges Rennen um das Kapital der Anleger. Wer zuerst an die Börse geht, könnte sich den größten Anteil des Investitionskapitals sichern.

Interne Hürden und juristische Konflikte

Die Pläne für den Börsengang fallen in eine Phase anhaltender rechtlicher und interner Auseinandersetzungen. Neben verschiedenen Klagen wegen mutmaßlich schädlicher Inhalte für Minderjährige belastete zuletzt vor allem ein Rechtsstreit mit Mitgründer Elon Musk das Image des Unternehmens.

Musk warf dem Management vor, das ursprüngliche Versprechen der Gemeinnützigkeit gebrochen zu haben. Die Klage wurde jedoch aufgrund von Verjährung abgewiesen.

Trotz dieser Turbulenzen verweist OpenAI auf eine starke Marktposition mit rund 900 Millionen wöchentlich aktiven Nutzern. Der geplante Gang an die Börse wird zeigen, ob das Geschäftsmodell den hohen Erwartungen der Investoren dauerhaft standhalten kann.

KI-Wissen mit menschlicher Note

Wir arbeiten wie die großen Magazine: KI-gestützt, aber jeder Text wird von echten Menschen geprüft und optimiert. Was uns unterscheidet? Bei uns gibt es keine Paywall!

Jeder Beitrag zählt – auch das Teilen.