Microsoft wirft KI-Unternehmen Doppelmoral vor
KI-Anbieter nutzen frei verfügbare Daten, verbieten ihren Kunden aber das Training eigener lokaler Systeme.

Microsoft-CEO Satya Nadella kritisiert das Vorgehen führender KI-Anbieter scharf. Sie nutzen öffentliche Daten frei für ihr Training, verbieten Kunden aber, aus den KI-Ausgaben eigene Modelle abzuleiten. Unternehmen zahlen so doppelt für die Technologie.
Das umgekehrte Informationsparadoxon
Nadella bezeichnet diese Asymmetrie als »umgekehrtes Informationsparadoxon«. Unternehmen erwerben den Zugang zu Modellen mit Geld, bezahlen in der täglichen Nutzung aber zusätzlich mit ihrem Firmenwissen. Durch Prompts, spezifische Workflows und Korrekturen generieren sie kontinuierlich neue Trainingsdaten.
Dieses »Exhaust« fließt an die KI-Anbieter zurück. Sie verbessern damit ihre eigenen Modelle. Gleichzeitig verbieten sie in den Nutzungsbedingungen die Destillation, bei der Kunden die Textausgaben nutzen, um kostengünstig eigene Modelle zu trainieren.
Nadella nennt es »ironisch«, dass dieselben Unternehmen für ihr eigenes Training das Fair-Use-Prinzip bei öffentlichen Daten beanspruchen. Fließt das Wissen nur in eine Richtung, konzentriert sich der ökonomische Wert bei den Infrastrukturbetreibern. Die Urheber der Daten gehen leer aus.
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Kontrolle über das eigene Wissen
In seinem Blogbeitrag verweist Nadella auf Palantir-Chef Alex Karp. Unternehmenskunden fordern demnach die volle Kontrolle über ihre Rechnerleistung, ihre Modelle und ihre Daten. Sie wollen diese Produktionsmittel nicht unbemerkt an Dritte übertragen.
Um das geistige Eigentum zu schützen, fordert der Microsoft-Chef eine strikte Datengrenze. Unternehmen müssen das Recht erhalten, Modellausgaben direkt für das Feintuning interner Modelle zu nutzen. Die dafür notwendige geschützte Lernumgebung stellt Microsoft bereit. Eine Firma muss Modelle nutzen können, ohne das Wissen aufzugeben, das sie einzigartig macht.