Neue deutsche Behörde für KI Sicherheit
Hacker und Staaten nutzen KI-Modelle immer häufiger für Cyberangriffe. Eine neue Einrichtung soll die nationale Sicherheit garantieren.

Die Bundesregierung plant ein nationales KI-Sicherheitsinstitut. Ein aktuelles Positionspapier formuliert nun klare Bedingungen für den Erfolg des Projekts. Führende Experten fordern ein Startbudget von 100 Millionen Euro und eine extrem agile Struktur.
Fokus auf modernste Modelle und Cybersicherheit
Das geplante DE-AISI soll ausschließlich hochentwickelte KI-Systeme untersuchen. Sogenannte Frontier-KI birgt aufgrund ihrer Fähigkeiten erhebliche Risiken für die nationale Sicherheit. Ein aktuelles Beispiel dafür ist das KI-Modell Mythos von Anthropic, das zuletzt durch neuartige Cyberfähigkeiten auffiel und gestern offiziell erschienen ist.
Die Kernaufgabe der Einrichtung liegt in der rein technischen Evaluierung. Fachleute testen die Modelle systematisch auf Sicherheitslücken und melden ihre Erkenntnisse an die zuständigen Ministerien. Es geht dabei um die frühzeitige Identifikation von Gefahren, nicht um eine operative Abwehr.
Andere Themenbereiche sind für das Institut jedoch strengstens tabu. Das DE-AISI soll weder Regulierungsaufgaben übernehmen noch sich mit Datenschutz oder KI-Ethik befassen.
Anzeige
Eine Behörde nach britischem Start-up-Vorbild
Um auf internationalem Spitzenniveau zu agieren, braucht das Institut eine besondere Struktur. Es darf nicht wie eine klassische Behörde funktionieren, sondern muss als agiles Technologie-Start-up innerhalb der Regierung arbeiten.
Das große Vorbild ist dabei das britische AI Security Institute. Diese Einrichtung konnte durch schnelle Prozesse in kürzester Zeit Experten aus führenden Technologieunternehmen gewinnen. Ein ähnlicher Erfolg ist für Deutschland die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Arbeit.
Dafür muss der Staat allerdings starre Regeln aufbrechen. Das DE-AISI benötigt die Erlaubnis, wettbewerbsfähige Gehälter außerhalb der üblichen Tarife zu zahlen. Nur so lassen sich internationale Top-Talente für den Standort Deutschland anwerben.
Finanzierung als harte Bedingung
Für den Aufbau sind beachtliche finanzielle Mittel vorgesehen. In den ersten zwei Jahren sollen 100 Millionen Euro in das Projekt fließen. Danach ist eine dauerhafte Anschlussfinanzierung von jährlich 75 Millionen Euro nötig, um teure Rechenleistung und das Spitzenpersonal zu bezahlen.
Die Freigabe der Gelder soll jedoch an strenge Vorgaben geknüpft sein. Das Budget fließt nur, wenn das Institut auch tatsächlich technisches Personal mit exzellenter weltweiter Reputation gewinnt.
Eine schnelle Umsetzung auf höchster politischer Ebene gilt nun als entscheidend.