Der Open-Source-Agent Hermes hat Nous Research eine Bewertung von 1,5 Milliarden Dollar eingebracht. Das erst 2023 gegründete KI-Unternehmen sammelt 90 Millionen Dollar ein und will seinen bisher vor allem bei Entwicklern beliebten Agenten nun in Firmen etablieren.
Aus dem Entwicklerliebling wird ein Geschäft
Hermes erschien im Februar 2026 unter der MIT-Lizenz und läuft auf dem eigenen Rechner oder in der Cloud. Nutzer können das gewünschte KI-Modell selbst auswählen. Der Agent merkt sich Projekte, erledigt mehrstufige Aufgaben und erstellt während der Arbeit eigene Skills, die er später erneut einsetzen kann.
Das Konzept hat sich in wenigen Monaten weit verbreitet. Mehr als 24 Millionen Mal wurde Hermes inzwischen geklont. Nous Research schätzt, dass der Agent für rund 2,5 Prozent des weltweiten Token-Verbrauchs verantwortlich ist. Tausende Entwickler arbeiten am Projekt mit oder bauen eigene Anwendungen darauf auf.
Die Finanzierungsrunde führt Robot Ventures an. Beteiligt sind unter anderem Nvidia, Microsofts Risikokapitalarm M12, Samsung, Union Square Ventures, Y Combinator und Menlo Ventures. Insgesamt hat Nous Research damit 158 Millionen Dollar eingesammelt.
Anzeige
Hermes soll in Unternehmen einziehen
Mit »Hermes for Businesses« richtet Nous Research den Agenten nun auf Geschäftskunden aus. Unternehmen sollen angepasste KI-Agenten einsetzen können, die mehrstufige Arbeitsabläufe übernehmen und zugleich interne Daten unter eigener Kontrolle halten. Kunden sollen außerdem verschiedene KI-Modelle nach Preis und Aufgabe kombinieren können, anstatt sich an einen Anbieter zu binden.
Nous Research macht bereits nennenswerte Geschäfte. Mitte September lag der hochgerechnete Jahresumsatz bei rund 36 Millionen Dollar. Bis Ende 2026 will das Unternehmen die Marke von 100 Millionen Dollar überschreiten. Das neue Kapital finanziert damit vor allem den Schritt vom offenen Entwicklerprojekt zum großen Anbieter für Firmenkunden.
