Ein Anwalt mit KI-Agent

Anwälte bekommen mit Harvey II ein intelligentes Gedächtnis

Andreas Becker GPT-Images-2.0
Ein Anwalt mit KI-Agent

Harvey hat am Dienstag die zweite Generation seiner Legal-AI-Plattform vorgestellt. Sie erhält ein Erinnerungsvermögen und lernt künftig die individuellen Schreibstile und Arbeitsweisen von Anwälten, anstatt für jede Aufgabe neue Vorgaben zu benötigen.

Gedächtnis für Word und Outlook

Im Zentrum des Updates steht die neue Funktion Memory. Bisher müssen Nutzer bei jedem Prompt neu erklären, welche Textstruktur, Detailtiefe oder Zitierweise sie erwarten. Memory speichert diese Vorlieben ab und wendet sie automatisch an. Das funktioniert direkt in Harvey, greift aber auch auf Microsoft Word und Outlook über.

Quelle: harvey ai

Memory informiert die angebundenen KI-Agenten über bevorzugte Arbeitsschritte. Nutzer können jederzeit einsehen, was Harvey sich gemerkt hat, und Einträge ändern oder löschen. Harvey versichert, dass diese persönlichen Daten niemals in das Training der Modelle einfließen.

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Arbeitsräume für den Fallkontext

Das Update bündelt die juristische Arbeit in sogenannten Spaces. Diese projektspezifischen Bereiche fassen alle Dokumente, Aufgaben und Zugriffsrechte eines Mandats zusammen. Die KI-Agenten operieren künftig direkt innerhalb eines Spaces. Sie kombinieren dort das persönliche Gedächtnis des Anwalts mit den Dokumenten aus dem jeweiligen Fall.

Dadurch können die Agenten inhaltlich anspruchsvollere Aufgaben übernehmen, ohne dass Nutzer den Sachverhalt zuvor aufwendig rekonstruieren müssen.

In Kanzleien synchronisieren sich die Berechtigungen direkt aus den bestehenden IT-Strukturen in den Space. Wenn Mitarbeiter zwischen Projekten wechseln, nehmen sie keine vertraulichen Daten mit.

In drei Phasen zum Kanzlei-Standard

Harvey hat Memory in den vergangenen sechs Monaten mit internationalen Großkanzleien und Rechtsabteilungen von Fortune-500-Unternehmen entwickelt. Die Funktion startet zunächst als Early Access für Einzelpersonen.

In den kommenden Monaten weitet Harvey Memory auf Mandats- und Bereichsebene aus. Später soll die Funktion unternehmensweit arbeiten. Dabei ergänzen sich die Daten auf jeder Ebene, während vertrauliche Mandanteninformationen isoliert bleiben.

Harvey wird laut Unternehmensangaben weltweit bereits von 100.000 Anwälten in 70 Ländern genutzt und von Investoren wie dem OpenAI Startup Fund unterstützt.

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