Eine Google Hand verbindet Anwendungen

Google Workspace: Gemini vernetzt Docs, Sheets und Gmail

Neue Beta-Funktionen erlauben den direkten Datenaustausch zwischen Apps. Gleichzeitig glänzt die KI mit Bestwerten bei Tabellenkalkulationen.

Andreas Becker Nano Banana
Eine Google Hand verbindet Anwendungen

Google integriert seine künstliche Intelligenz tiefer in den Arbeitsalltag. Neue Beta-Funktionen für Docs, Sheets und Drive ziehen Inhalte direkt aus E-Mails oder Chats in Arbeitsdateien. Gleichzeitig erreicht die KI in Tabellenkalkulationen fast menschliches Expertenniveau.

Vernetzte Datenverarbeitung im Büroalltag

Bisher bearbeiteten Anwender ihre Aufgaben oft isoliert in einzelnen Programmen. Die neuen Beta-Funktionen heben diese strikte Trennung auf. Gemini greift ab sofort auf Informationen aus Gmail, Google Chat, Drive und dem Internet zu, um diese ohne Umwege in Docs, Sheets oder Slides zu integrieren.

Ein praktisches Beispiel veranschaulicht den Vorgang: Ein Nutzer weist die KI an, eine Projektübersicht auf Basis einer langen E-Mail-Kette und eines PDF-Dokuments zu erstellen.

Die künstliche Intelligenz sammelt daraufhin die nötigen Eckdaten im Hintergrund, formatiert sie passend für das Zielprogramm und generiert einen fertigen Entwurf. Dieser direkte Zugriff erspart das manuelle Kopieren von Textbausteinen und das ständige Wechseln zwischen diversen Browser-Tabs.

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Spitzenwerte im SpreadsheetBench

Besonders bei Tabellenkalkulationen in Google Sheets zeigt das aktualisierte Modell beachtliche Fähigkeiten. Aktuelle Messwerte des sogenannten SpreadsheetBench belegen eine Genauigkeit von 70,48 Prozent. Damit rückt die Software nah an die Leistungsfähigkeit menschlicher Experten heran. Diese erreichen in demselben Test 71,33 Prozent.

Quelle: Google

Der Benchmark bewertet gezielt, wie gut ein System komplexe Formeln anwendet, große Datenmengen bereinigt und logische Verknüpfungen über mehrere Tabellenblätter hinweg aufbaut. Gemini positioniert sich mit diesem Resultat weit vor etablierten Konkurrenzprodukten.

Zum Vergleich: Microsofts Copilot in Excel (Agent Mode) erzielt 57,2 Prozent. Das Sprachmodell OpenAI o3 liegt bei lediglich 23,3 Prozent. Auch Claude Files Opus 4.1 verbucht mit 42,9 Prozent einen klaren Rückstand.

Diese messbare Leistungssteigerung bedeutet für den Anwender, dass die KI nicht mehr nur rudimentäre Listen anlegt. Sie übernimmt zunehmend komplizierte Berechnungen und tiefergehende Datenanalysen selbstständig. Der Nutzer formuliert sein gewünschtes Ziel in natürlicher Sprache über einen Prompt. Die Software übersetzt diese Anfrage direkt in die exakte mathematische Tabellenstruktur. Google testet die neuen Funktionen aktuell in einer geschlossenen Beta-Phase, bevor eine schrittweise Freischaltung für reguläre Workspace-Kunden erfolgt.

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