Ein Mann analysiert den ChatGPT Text

ChatGPT scannt jetzt heimlich dein Alter beim Schreiben

OpenAI führt unsichtbare Verhaltensanalyse ein. Wer wie ein Teenager schreibt, verliert sofort Zugriff auf Erwachsenen-Funktionen.

Andreas Becker Nano Banana
Ein Mann analysiert den ChatGPT Text

OpenAI startet das Jahr 2026 mit einer kontroversen Neuerung für ChatGPT. Ein im Hintergrund laufendes System analysiert ab sofort Syntax und Themenwahl, um Rückschlüsse auf das Alter der Nutzer zu ziehen. Wer durch das Raster fällt, landet automatisch im eingeschränkten Teenager-Modus.

Der unsichtbare Alters-Scan

OpenAI setzt nicht mehr primär auf harte Ausweiskontrollen, sondern auf eine verhaltensbasierte Analyse. Das neue "Age Prediction"-Modell bewertet in Echtzeit, wie ein Nutzer mit dem Chatbot interagiert. Dabei werden komplexe Muster in der Sprache, der gewählten Tonalität und den angeschnittenen Themen untersucht. Das System arbeitet als unsichtbare Weiche, bevor der eigentliche Inhalt generiert wird.

Bestehen Zweifel an der Volljährigkeit, greift das Prinzip der maximalen Vorsicht. Der Account wird ohne explizite Warnung in eine geschützte Umgebung überführt, die für Nutzer zwischen 13 und 17 Jahren ausgelegt ist. OpenAI nimmt dabei bewusst in Kauf, dass auch manche Erwachsene fälschlicherweise als Minderjährige eingestuft werden. Wer als Erwachsener wieder die vollen Funktionen nutzen will, muss sich im Zweifelsfall per Ausweis verifizieren.

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Schutzmechanismen und der kommende "Adult Mode"

Die Konsequenzen dieser Einstufung sind weitreichend und verändern das Nutzererlebnis spürbar. Der Algorithmus blockiert im Teenager-Modus rigoros alle Inhalte, die als sexuell anzüglich oder potenziell verstörend gelten. Selbst harmlose Flirt-Versuche der KI werden unterbunden, während bei Themen wie Selbstverletzung sofortige Hilfsangebote und Interventionsmechanismen greifen.

Gleichzeitig bereitet das Unternehmen den Weg für den lange erwarteten "Adult Mode", der noch im ersten Quartal 2026 erscheinen soll. Dieser Modus verspricht weniger Restriktionen für verifizierte Erwachsene, setzt aber eine funktionierende Altersbestimmung voraus. Die aktuelle Einführung des Scanners ist somit die technische Vorstufe, um den Spagat zwischen Jugendschutz und liberaleren Inhaltsrichtlinien für Erwachsene zu meistern.

Davos 2026: Sicherheit als Währung

Der Zeitpunkt der Einführung korreliert direkt mit den Diskussionen auf dem aktuellen Weltwirtschaftsforum in Davos. Christopher Lehane, Global Affairs Officer bei OpenAI, betonte dort am Dienstag die Notwendigkeit robuster Sicherheitsarchitekturen. Nur durch proaktiven Jugendschutz könne verhindert werden, dass die Technologie durch staatliche Überregulierung ausgebremst werde.

Die Branche steht unter massivem Druck durch den AI Act der EU und diverse US-Gesetze zur Online-Sicherheit von Kindern. Tech-Konzerne wie OpenAI oder Anthropic versuchen nun, durch technische Selbstregulierung den strengen gesetzlichen Vorgaben zuvorzukommen. Die Verantwortung für die Altersprüfung verschiebt sich damit endgültig vom Nutzer auf die KI-Systeme selbst.

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