Eine Boston Dynamics Roboter Hand jongliert 2 Bälle

Boston Dynamics: Was man wohl mit dieser Roboter-Hand machen kann?

Andreas Becker GPT-Images-2.0
Eine Boston Dynamics Roboter Hand jongliert 2 Bälle

Boston Dynamics hat für seinen humanoiden Roboter Atlas eine neue Hand entwickelt, die Arbeitsgeräte greifen und bedienen kann. Vier Finger, 13 Freiheitsgrade und Drucksensoren sollen aus einem kräftigen Greifer einen geschickten Arbeiter machen. Der fehlende kleine Finger ist dabei kein Versehen, sondern eine bewusste Entscheidung.

Vier Finger für Bohrer, Schleifer und Schweißbrenner

Die bisherige Atlas-Hand besaß sieben Freiheitsgrade und war vor allem darauf ausgelegt, unterschiedliche Gegenstände zu greifen. Das neue Modell soll sie auch innerhalb der Hand bewegen, einen rutschenden Griff korrigieren und Auslöser betätigen. Als mögliche Geräte nennt Boston Dynamics unter anderem Bohrmaschinen, Drehmomentschrauber, Schleifer, Nagelpistolen und Schweißbrenner.

Der beweglichere Daumen kann an den drei anderen Fingern entlanggleiten und verschiedene Pinzettengriffe ausführen. Jeder Finger wird direkt an den Gelenken angetrieben. Empfindliche Kabel, die über Gelenke verlaufen, entfallen. Drucksensoren an Fingerspitzen und Handfläche erfassen kleine Veränderungen beim Kontakt mit einem Gegenstand.

Trotz der zusätzlichen Beweglichkeit erreicht die Hand ungefähr die Größe einer großen menschlichen Hand. Ihre Kraft entspricht dem Vorgänger. Atlas kann damit auch einen beladenen Minikühlschrank mit einem Gewicht von mehr als 45 Kilogramm tragen.

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Warum Atlas keinen kleinen Finger bekommt

Ein fünfter Finger hätte drei weitere Antriebe benötigt und damit Kosten, Volumen und Ausfallrisiko erhöht. Das Entwicklerteam klebte deshalb für einen Selbstversuch den kleinen Finger und Ringfinger einen Tag lang zusammen. Anschließend fiel die Entscheidung für vier Finger.

Die Konstruktion ist außerdem auf Training in Simulationen ausgelegt. Dabei übt Atlas den Umgang mit wechselnden Motorkräften, Oberflächen, Gegenständen und Störungen. Die in der Simulation erlernten Bewegungen lassen sich anschließend auf den echten Roboter übertragen.

Für Boston Dynamics liegt der Nutzen einer geschickten Roboterhand vor allem im Umgang mit menschlichen Arbeitsplätzen. Atlas soll vorhandene Gegenstände, Regale und Geräte nutzen können, ohne dass Betriebe für jede Aufgabe einen eigenen Greifer oder eine spezielle Arbeitsstation bauen müssen.

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