Anthropic peilt Rekord-Börsengang mit zwei Billionen Dollar Bewertung an
Investoren erwarten für Oktober eine historische Bewertung von zwei Billionen Dollar. Das übertrifft sogar SpaceX.

Das KI-Unternehmen Anthropic steuert im Oktober auf den wohl größten Börsengang der Wirtschaftsgeschichte zu. Geldgeber erwarten für das anstehende Marktdebüt eine Unternehmensbewertung von mindestens zwei Billionen US-Dollar.
Umsatzprognosen treiben den Wert
Bislang gilt das Raumfahrtunternehmen SpaceX mit einer Bewertung von über zwei Billionen Dollar als wertvollstes Privatunternehmen der Welt. Geht es nach den Einschätzungen von rund einem halben Dutzend Investoren, wird Anthropic diesen Börsenstart im Herbst übertreffen. Erst Ende Mai hatte Anthropic frisches Kapital eingesammelt und wurde dabei noch mit 965 Milliarden US-Dollar bewertet.
Die Zuversicht der Geldgeber stützt sich auf die Umsatzprognosen. Sie kalkulieren bis Ende 2026 mit annualisierten Erlösen zwischen 100 und 120
Milliarden US-Dollar.
Rechnet man mit einem an der Börse für KI-Titel aktuell eher niedrigen Umsatzvielfachen von 30, könnte die Bewertung sogar in Richtung drei Billionen Dollar klettern. Andere Unternehmen der Branche wie etwa Palantir werden teilweise mit dem 55-fachen ihres Umsatzes gehandelt.
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Strenge Schweigepflicht vor dem Start
Die positiven Prognosen blenden jüngste Rückschläge weitgehend aus. Im Juni hatte ein vorübergehendes Verbot des US-Handelsministeriums für die fortgeschrittenen Anthropic-Modelle das Umsatzwachstum kurzzeitig gebremst. Investoren betonen jedoch, dass sich das Geschäft danach schnell erholt habe und in hohem Tempo weiterwachse.
Anthropic selbst kommentiert die kursierenden Zahlen nicht. Das Management hat bislang weder einen konkreten Ausgabepreis der Aktien noch eine endgültige Firmenbewertung bestätigt. Da das Unternehmen seine Pläne für den IPO vertraulich bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht hat, befindet es sich in der vorgeschriebenen Quiet Period. In dieser Phase darf sich Anthropic vor dem Handelsstart rechtlich nicht zu Geschäftszahlen äußern.