Warum SpaceX abstürzen könnte »Kommentar«
Elon Musks Raumfahrtkonzern geht mit einer Rekordbewertung an die Börse. Doch ungelöste Probleme bei künstlicher Intelligenz und leere Versprechen machen die Aktie zum extremen Risiko.

SpaceX geht am Freitag mit einer Bewertung von 1,77 Billionen US-Dollar an die Börse. Der Ausgabepreis liegt bei 135 US-Dollar je Aktie. Doch hinter dem finanziellen Meilenstein verbergen sich riskante Luftschlösser.
Gigantische Zahlen blenden
Das Raumfahrtunternehmen verkauft beim Börsengang 555,6 Millionen Aktien und nimmt 75 Milliarden US-Dollar ein. SpaceX überholt damit auf einen Schlag Schwergewichte wie JPMorgan, Eli Lilly und Musks eigenen Autobauer Tesla. Der bisherige Rekordhalter Aramco wird auch deutlich geschlagen.
Musk sichert sich durch 82 Prozent der Anteile weiterhin die volle Kontrolle. Ungewöhnlich ist die Struktur des Angebots: Knapp 30 Prozent der Papiere sind für Privatanleger reserviert.
Doch der hohe Preis verlangt Skepsis. SpaceX hat im vergangenen Jahr rote Zahlen geschrieben, der Umsatz liegt weit unter dem Niveau anderer Tech-Giganten.
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KI-Versprechen ohne Grundlage
Die astronomische Bewertung stützt sich stark auf Zukunftshoffnungen im Bereich der künstlichen Intelligenz. Musk bewirbt »Rechenzentren im Weltall« für sein Projekt xAI. Die nötige Kühlung dieser Server im Vakuum des Alls bleibt allerdings technisch völlig ungelöst.
Zudem hat xAI den Anschluss an die Spitze verloren bzw. war da noch nie. Musk musste vor Gericht selbst eingestehen, dass sein KI-Unternehmen technologisch zurückliegt. Aktuell vermietet xAI sogar seine Rechenleistung an Konkurrenten wie Google und Anthropic, weil zu wenige Nutzer auf Grok setzen.
Inszenierung statt Innovation
Auch bei anderen Zukunftsprojekten liefert Musk eher Show als marktreife Technik. Die autonomen Fahrzeuge von Tesla fahren Waymo hinterher. Der humanoide Roboter Optimus fällt bei Präsentationen durch menschlich einstudierte Choreografien auf, nicht durch echte maschinelle Intelligenz.
Zwar dominiert SpaceX das Kerngeschäft. Das Unternehmen befördert mehr als 80 Prozent der weltweiten Nutzlast in die Erdumlaufbahn und erzielt mit dem Satelliten-Internet Starlink verlässliche Einnahmen. Dieses solide Fundament rechtfertigt jedoch keine Bewertung von fast zwei Billionen US-Dollar.
Finger weg von der Aktie
Elon Musk kündigt zwar oft bahnbrechende Entwicklungen an, liefert diese aber meist Jahre zu spät. Unabhängig von seinen umstrittenen politischen Aussagen spricht die fundamentale Datenlage eine klare Sprache. Daher werde ich keine SpaceX-Aktien kaufen!
Hinweis
»Dieser Text stellt keine Anlageberatung dar. Er spiegelt lediglich die persönliche Meinung des Autors wider. Investitionen an der Börse bergen Risiken, die bis zum Totalverlust führen können.«