Ein Tesla Optimus auf einem Kawasaki Corleo kämpft gegen einen Neura 4NE1 Roboter

Die Roboter kommen! Alle Highlights der CES 2026

Boston Dynamics, Tesla und Neura zeigen, warum Physical AI jetzt den Durchbruch schafft.

Andreas Becker Nano Banana
Ein Tesla Optimus auf einem Kawasaki Corleo kämpft gegen einen Neura 4NE1 Roboter

Die Consumer Electronics Show 2026 in Las Vegas hat eindrucksvoll gezeigt: Wir verlassen die Ära der reinen Software-KI. "Physical AI" ist das dominierende Schlagwort des Jahres. Roboter sind nicht mehr nur wackelige Forschungsprojekte, sondern drängen als polierte Produkte in Fabriken und Wohnzimmer.

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Der deutsche Vorreiter: Neural Robotics

Besonders spannend aus deutscher Sicht ist der Auftritt von Neural Robotics (Neura). Das Unternehmen aus Metzingen nutzt die CES als globale Bühne, um seinen Führungsanspruch in der kognitiven Robotik zu untermauern. Mit dem "4NE1" präsentierte Neura einen humanoiden Roboter, der nicht nur durch seine Sensorik besticht, sondern tief in die eigene "Neuraverse"-Plattform integriert ist.

Der 4NE1 soll als universeller Helfer fungieren, der dank fortschrittlicher KI sicher mit Menschen interagiert. Ergänzend dazu zeigte Neura den "4NE1 Mini", eine 1,30 Meter große Version für den Bildungssektor, sowie einen vierbeinigen Roboter für unwegsames Gelände. Damit positioniert sich der deutsche Hersteller breit aufgestellt gegen die internationale Konkurrenz aus den USA und China.

Kawasaki Corleo

Kawasaki lieferte mit dem "Corleo" wohl einen der exotischsten Entwürfe der Messe ab. Was auf den ersten Blick wie ein Requisit aus einem Science-Fiction-Film wirkt, ist ein wasserstoffbetriebener, vierbeiniger Roboter, der wie ein Pferd geritten werden kann. Der Fahrer steuert die Maschine dabei nicht über ein Lenkrad, sondern intuitiv durch Gewichtsverlagerung.

Technisch beeindruckt der Corleo durch sein Antriebskonzept: Ein kleiner Wasserstoffmotor erzeugt den Strom für die elektrischen Aktuatoren in den Beinen. Kawasaki plant, diese Technologie bis zur Weltausstellung 2030 serienreif zu haben, um Mobilität auch in extrem unwegsamem Gelände zu ermöglichen, wo herkömmliche Motorräder scheitern würden.

Boston Dynamics Atlas

Lange Zeit war der hydraulische Atlas das Maß aller Dinge in der Forschung, nun wird es ernst: Boston Dynamics zeigte in Las Vegas die "Production-Ready"-Version seines vollelektrischen Atlas. Der Fokus liegt nicht mehr auf Parkour-Tricks, sondern auf harter Arbeit in der Industrie.

Hyundai und Google DeepMind werden die ersten Partner sein, die den neuen Atlas in ihren Werkhallen testen. Der Roboter bewegt sich leiser, effizienter und dank elektrischer Antriebe deutlich präziser als sein Vorgänger. Das klare Signal aus Boston: Die Zeit der Spielerei ist vorbei, jetzt muss sich der Roboter rechnen.

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Roborock Saros Rover

Auch im Haushalt wird die Robotik mobiler. Roborock enthüllte mit dem Saros Rover (Saros 10/20 Serie) den weltweit ersten Saugroboter mit einer echten Rad-Bein-Architektur. Das Gerät kann sein gesamtes Chassis anheben, um dicke Teppiche oder Türschwellen von bis zu drei Zentimetern mühelos zu überwinden.

Diese "Lift-Chassis"-Technologie löst eines der ältesten Probleme von Saugrobotern: das Festfahren an Hindernissen. Gepaart mit einer enormen Saugkraft von bis zu 35.000 Pascal und einer intelligenten Hinderniserkennung markiert der Saros Rover den Übergang vom dummen Putzhelfer zum geländegängigen Reinigungs-Rover.

Switchbot Haushaltsroboter

Switchbot, bekannt für seine kleinen Nachrüst-Lösungen, wagt den Sprung zur vollumfänglichen Robotik. Der neue Haushaltsroboter (in ersten Berichten oft als Onero H1 oder S10 Nachfolger diskutiert) fungiert als mobiler Butler. Ausgestattet mit einem energiesparenden E-Ink-Display, dient er als zentrale Schnittstelle für das Smart Home.

Der Roboter kann nicht nur reinigen, sondern auch Objekte transportieren und mit anderen Geräten im Matter-Ökosystem interagieren. Switchbot zielt hier auf eine Nische ab, die genau zwischen den statischen Smart-Displays und den reinen Reinigungsrobotern liegt: ein mobiler Assistent, der wirklich physisch präsent ist.

Unitree

Der chinesische Hersteller Unitree untermauerte auf der CES seinen Ruf als Preiskämpfer der Branche. Mit dem G1 Humanoiden zeigte das Unternehmen, dass fortschrittliche Robotik nicht mehr Hunderttausende kosten muss. In China eröffnete Unitree bereits erste Ladengeschäfte, in denen der G1 für umgerechnet rund 12.000 Euro angeboten wird.

Auf der Messe demonstrierte Unitree die "Mass Production"-Fähigkeiten seiner Plattform. Während westliche Firmen oft noch an Prototypen feilen, flutet Unitree den Markt mit verfügbarer Hardware, die für Entwickler und frühe Anwender sofort einsetzbar ist. Das erhöht den Druck auf etablierte Player massiv.

Tesla Optimus

Obwohl Tesla keine klassische CES-Keynote hielt, war der Optimus in den Gesprächen allgegenwärtig. Die neuesten Updates zur Gen 2 zeigen enorme Fortschritte in der Fingerfertigkeit und der flüssigen Bewegung. Tesla profitiert hier massiv von den Synergien mit der Autopilot-Sparte, da die visuelle KI des Autos direkt in den Roboter fließt.

Optimus bleibt der Elefant im Raum, an dem sich alle anderen messen lassen müssen. Die Integration in die eigenen Gigafactories liefert Tesla einen Datenschatz, den kaum ein anderer Hersteller in dieser Geschwindigkeit aufbauen kann. 2026 wird zeigen, ob die massiven Ankündigungen von Elon Musk auch in der Breite Realität werden.

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Weitere interessante Roboter

Neben den großen Namen gab es unzählige spannende Nischenlösungen. LG präsentierte mit dem CLOiD einen Roboter, der tatsächlich die Spülmaschine ausräumen kann – der heilige Gral der Hausarbeit. Auch im Bereich der "Physical AI" für Autos tat sich viel: Nvidia zeigte neue Plattformen, die Fahrzeuge noch stärker zu Robotern auf Rädern machen.

Auffällig war zudem die Zunahme an Exoskeletten für den Endverbraucher. Firmen wie German Bionic oder asiatische Startups zeigten leichte, tragbare Robotik, die Wanderern oder Handwerkern im Alltag helfen soll. Die Grenze zwischen "Roboter als Werkzeug" und "Roboter als Kollege" verschwimmt zusehends.

Ausblick: Was 2026 bringt

Das Jahr 2026 markiert den Wendepunkt: Wir bewegen uns weg von "Wow, er kann tanzen" hin zu "Wow, er hat gerade meine Schicht übernommen". Die Hardware ist reif, die KI-Gehirne (dank Modellen wie Gemini und GPT-5 Derivaten) sind schlau genug.

Die große Herausforderung wird nun die Integration sein. Wie sicher arbeiten diese Maschinen neben Menschen? Wie schnell amortisieren sich die hohen Anschaffungskosten? Eines ist nach dieser CES sicher: Die Roboter kommen nicht irgendwann – sie sind da.

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