Anthropic verändert die Wissenschaft mit Claude Science
Die neue Desktop-App integriert sich nahtlos in bestehende Arbeitsabläufe. Sie generiert Grafiken, schreibt Code und korrigiert selbstständig Zitate.

Anthropic bündelt mit Claude Science die wichtigsten Datenbanken und Analyse-Tools für Forscher in einer Desktop-App. Claude Science steuert Rechencluster, generiert reproduzierbare 3D-Strukturen und prüft Quellen durch spezialisierte Kontroll-Agenten.
Bisher mussten Wissenschaftler für Datenanalysen zwischen Plattformen wie PubMed, Jupyter und lokalen Terminals wechseln. Claude Science integriert diese Anwendungen in eine Umgebung für macOS und Linux. Nutzer werten dort Fachliteratur aus, führen Berechnungen durch und bereiten Publikationen vor.
Quelle: Anthropic
Transparente Code-Basis für Diagramme
Claude Science rendert wissenschaftliche Darstellungen wie 3D-Proteinstrukturen oder Genom-Tracks nativ. Zu jeder generierten Grafik speichert es den exakten Code, die Systemumgebung und die Historie der Prompts. Andere Forscher können die Ergebnisse so Monate später nachvollziehen und überprüfen.
Nutzer weisen Claude Science per Texteingabe an, Grafiken anzupassen. Es ändert daraufhin seinen eigenen Code. Ein integrierter Reviewer-Agent prüft währenddessen Zitate und Berechnungen auf Fehler.
Quelle: Anthropic
Lokales Compute und BioNeMo-Integration
Aufwendige Berechnungen zur Proteinfaltung erfordern viel Rechenleistung. Claude Science plant solche Jobs, holt eine Freigabe des Nutzers ein und sendet sie über SSH an HPC-Cluster oder den Dienst Modal. Es skaliert die Analyse dabei von einer GPU auf hunderte.
Sensible Datensätze verlassen die eigene Infrastruktur nicht. Claude Science lädt große Datenmengen nur einmal in den Arbeitsspeicher und übermittelt lediglich den für den jeweiligen Analyseschritt nötigen Kontext an Anthropic.
Es greift auf über 60 wissenschaftliche Datenbanken wie UniProt oder ChEMBL zu. Über das BioNeMo Agent Toolkit von Nvidia verbindet sich Claude Science mit Modellen wie Evo 2 und OpenFold3.
Quelle: Anthropic
Erste Tests drastisch beschleunigt
Erste Tests zeigen messbare Zeiteinsparungen. Der Neurowissenschaftler Jérôme Lecoq vom Allen Institute nutzt Claude Science mit 20 spezialisierten Unter-Agenten für das Schreiben von Reviews. Was sein Team früher zwei Jahre kostete, erledigt es nun in einem Zehntel der Zeit. Stephen Francis, Epidemiologe an der UCSF, bestätigt ebenfalls stark beschleunigte DNA-Analysen bei der Erforschung von Hirntumoren.
Claude Science steht als Beta-Version für Nutzer der Tarife Pro, Max, Team und Enterprise bereit. Für Universitäten und Non-Profit-Organisationen bietet Anthropic einen rabattierten Team-Plan an.
Anthropic startet parallel ein Förderprogramm für 50 Projekte im Bereich Biologie und Biomedizin. Forscher können sich bis zum 15. Juli 2026 um Gutschriften im Wert von 30.000 US-Dollar sowie 2.000 US-Dollar für Modal-Rechenzeit bewerben. Die Studien laufen von September bis Dezember 2026.


