Der Ausfall mehrerer Yandex-Rechenzentren hat Russlands digitale Dienste getroffen, von KI-Angeboten bis zu Zahlungen und Taxibestellungen. Der Fall zeigt, was passiert, wenn einer KI die Rechner fehlen.
Wenn die KI nicht mehr antwortet
Yandex bestätigte schwere Schäden am Standort Sasowo nach einem Drohnenangriff am 8. Oktober und schaltete das Rechenzentrum vollständig ab. Auch in Kaluga fiel Infrastruktur aus. Sasowo beherbergt die Supercomputer »Chervonenkis« und »Lyapunov«, die Yandex zum Training neuronaler Modelle einsetzt.
KI braucht Rechenleistung auch nach dem Training. Jede Antwort eines Chatbots entsteht durch neue Berechnungen. Fallen die dafür eingesetzten Server aus, muss ein anderer Standort übernehmen, sonst bleiben Anfragen liegen oder scheitern.
Fehlt auf den Ersatzrechnern Kapazität, steigen die Wartezeiten. Ein Betreiber kann Anfragen begrenzen oder kleinere Modelle einsetzen. Die Auswirkungen bleiben aber sichtbar.
Anzeige
Ein Backup ersetzt keine Rechner
Ein laufendes Training bricht ab, wenn die beteiligten Rechner ausfallen. Ein außerhalb des betroffenen Standorts gesicherter Trainingsstand ermöglicht die Fortsetzung auf geeigneter Hardware. Ungesicherte Fortschritte gehen jedoch verloren, als Konsequenz erscheinen neue Modelle z.B. später.
Die gesicherten Modelldateien enthalten das gelernte Wissen. Doch eine Kopie liefert weder die nötigen Chips noch deren Arbeitsspeicher, schnelle Verbindungen oder Kühlung. Entwickler brauchen wieder einen funktionierenden Verbund von Rechnern. Beschädigte Server, Stromversorgung und Kühlung müssen repariert oder ersetzt werden.
Wie viel ein Ausweichstandort auffangen kann
Verteilte Rechenzentren können auch einen plötzlichen Standortausfall auffangen. Dafür müssen Anwendungen und Daten vorbereitet sein und genügend freie Rechenleistung bereitstehen. Fallen mehrere Standorte aus, wie in diesem Fall, reicht die Reserve aber sehr schnell nicht mehr.
Kurz, wir merken gerade, wie anfällig wir von bestimmter Infrastruktur sind. Nicht nur im nahen Osten, sondern jetzt auch in Russland.
