Ein Hund beim forschen

OpenAI hat das erste Ziel zum autonomen KI-Forscher erreicht

Andreas Becker GPT-Images-2.0
Ein Hund beim forschen

Bei OpenAI übernehmen autonome Programmier-Agenten inzwischen den Großteil der Entwicklungsarbeit. Auf jeden regulären Arbeitstag eines Forschers kommen inzwischen rechnerisch über drei Tage automatisierte Agentenarbeit.

Das Unternehmen erreicht damit sein erstes Zwischenziel auf dem Weg zu vollständig autonomer KI-Forschung.

Mehr Agenten-Stunden als Menschenarbeit

Im August 2026 kippte das Verhältnis zwischen Mensch und Maschine endgültig. Mitte August 2026 liefen im Forschungsbereich rechnerisch 3,1 Tage an Agenten-Arbeitszeit auf jeden regulären achtstündigen Arbeitstag eines Forschers.

Quelle: OpenAI

Noch vor Juni lag dieser Wert unter dem Pensum der menschlichen Belegschaft. Inzwischen starten über 70 Prozent der Forscher mindestens vier Agenten parallel, um Aufgaben abzuarbeiten.

Die Zahl der geänderten Codezeilen pro Entwickler hat sich im Vergleich zu den Werten vor 2025 mehr als versechsfacht. Gleichzeitig erreichte die Anzahl durchgeführter Experimente im August 2026 einen neuen Höchststand.

Quelle: OpenAI

Auch die Ausgaben spiegeln diese Entwicklung wider. Ein Forscher im Mittelfeld verbraucht täglich Token im Gegenwert von über 600 US-Dollar. Bei den aktivsten zehn Prozent klettert dieser Betrag auf mehr als 7.000 US-Dollar pro Tag.

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Vom Hilfscode zur selbstständigen Fehlerbehebung

Das Aufgabengebiet der Agenten verschiebt sich dabei deutlich. Zu Jahresbeginn schrieben sie vorwiegend Code für interne Forschungsumgebungen.

Mittlerweile analysieren die Agenten Testergebnisse, begleiten Trainingsläufe und beheben Fehler in der Infrastruktur. Erste interne Support-Kanäle wurden bereits mangels Nachfrage eingestellt, weil Forscher Fehler in der Test-Infrastruktur direkt von den Agenten beheben lassen.

Quelle: OpenAI

Der Zuwachs betrifft vor allem Hilfestellungen bei Programmierproblemen und die Überwachung von Testläufen. Strategische Entscheidungen und langfristige Planungen machen dagegen weiterhin nur einen winzigen Bruchteil der Aktivitäten aus.

Bei anspruchsvollen Aufgaben stoßen die Agenten an Grenzen. Aufgaben mit einem menschlichen Arbeitsaufwand von vier bis acht Stunden erfordern in über der Hälfte der Fälle mindestens einen menschlichen Eingriff. Bei Aufgaben ab 32 Stunden Dauer gelingt fast kein Durchlauf ohne manuelle Korrektur.

Quelle: OpenAI

Der Schritt zum virtuellen Forscher

OpenAI stuft den aktuellen Zustand als Erreichen des Ziels eines »Forschungs-Praktikanten« ein. Gemeint sind Agenten, die klar umrissene Aufgaben über mehrere Tage hinweg unter menschlicher Anleitung bearbeiten.

Bis März 2028 plant das Unternehmen einen vollwertigen KI-Forscher, der eigenständig agiert. Langfristig sollen solche Modelle ihre eigenen Nachfolger untersuchen und verbessern.

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