Der Weg der KI

OpenAI-Essay sieht Superintelligenz als ewigen Bürokraten

Andreas Becker GPT-Images-2.0
Der Weg der KI

Superintelligenz gilt oft als grenzenloser Ideengeber, der wissenschaftliche Durchbrüche am Fließband liefert. Ein neuer Essay auf der OpenAI-Webseite dreht dieses Bild um. Der größte Nutzen überragender KI könnte darin liegen, langweilige Verwaltungs- und Ausführungsarbeit zu übernehmen, damit brillante Ideen überhaupt Wirklichkeit werden.

Geniale Ideen brauchen eine funktionierende Welt

Die Autoren Hemanth Asirvatham und Elliott Mokski beschreiben Intelligenz als einen von mehreren Bestandteilen des Fortschritts. Eine Hypothese braucht Experimente, Instrumente, Geld und viele korrekt ausgeführte Einzelschritte. Galileo genügte ein vergleichsweise simples Fernrohr. Hinter dem James-Webb-Weltraumteleskop standen dagegen 300 Organisationen aus 14 Ländern.

Auch die Forschung werde mit jedem Fortschritt aufwendiger. Um das Mooresche Gesetz aufrechtzuerhalten, seien heute mehr als 18-mal so viele Forscher nötig wie Anfang der 1970er-Jahre. KI kann diese Umsetzung bereits erleichtern, indem sie programmiert, Fachliteratur durchsucht oder aus einer Skizze einen Prototyp erstellt.

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Zwei mögliche Zivilisationen nach der Superintelligenz

Für die Zukunft entwerfen die Autoren zwei Wege. In einer »Zivilisation der Tiefe« gewinnt Superintelligenz neue Erkenntnisse vor allem durch besseres Denken, vorhandene Daten und Simulationen. Wenige gezielte Experimente reichen dann aus, um offene Fragen zu klären.

Quelle: OpenAI

In einer »Zivilisation der Breite« erzeugt KI dagegen mehr gute Ideen, als Labore, Fabriken und Behörden umsetzen können. Medikamente müssen weiterhin getestet, Maschinen gebaut und Distanzen überwunden werden. Superintelligenz würde dann vor allem Experimente koordinieren, Ressourcen verwalten und immer größere Projekte organisieren.

Die Autoren halten menschliche Neugier trotzdem nicht für überholt. Menschen könnten sich stärker auf kreative Fragen konzentrieren, während Maschinen die monotone Arbeit übernehmen. Der Beitrag eröffnet eine Essayreihe über die nächste Wirtschaft. Er gibt die persönliche Sicht der Autoren wieder und ausdrücklich nicht die Position von OpenAI.

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