OpenAI will rund 30 Milliarden Dollar einsammeln, bevor Anthropic Mitte November an die Börse geht. Die neue Finanzierungsrunde könnte den ChatGPT-Anbieter mit mehr als 1,4 Billionen Dollar bewerten und verschärft den Kampf beider KI-Unternehmen um dieselben Investoren.
OpenAI erhöht vor dem Anthropic-IPO das Tempo
Reuters zufolge drängt OpenAI auf schnelle Zusagen seiner Geldgeber. Zu den möglichen Teilnehmern der Runde zählen bestehende Investoren wie der japanische SoftBank-Konzern und die Investmentgesellschaft MGX aus Abu Dhabi. Beide führen Gespräche über eine Beteiligung.
Der enge Zeitplan ist kein Zufall. OpenAI und Anthropic sprechen zunehmend dieselben Staatsfonds und großen institutionellen Investoren an. OpenAI will das Kapital deshalb sichern, bevor Anthropic mit seinem Börsengang die Aufmerksamkeit des Marktes und einen Teil des verfügbaren Geldes bindet.
Die angestrebte Bewertung wäre ein kräftiger Sprung. Im März sammelte OpenAI 122 Milliarden Dollar ein und wurde dabei mit 852 Milliarden Dollar bewertet. Die neue Runde würde den Unternehmenswert innerhalb weniger Monate um rund 64 Prozent erhöhen. Ein eigener Börsengang ist für 2027 vorgesehen.
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50 Milliarden Dollar hochgerechneter Jahresumsatz
Im Gespräch mit Investoren verweist OpenAI auf einen auf das Jahr hochgerechneten Umsatz von fast 50 Milliarden Dollar. Bis Ende 2026 erwartet das Unternehmen einen Anstieg auf 70 Milliarden Dollar. Solche Angaben übertragen den Umsatz eines kurzen Zeitraums auf zwölf Monate und entsprechen nicht dem tatsächlich verbuchten Jahresumsatz.
Anthropic wächst unterdessen ebenfalls schnell. Der Quartalsumsatz stieg im dritten Quartal von 11,6 auf 16,8 Milliarden Dollar. Mit dem erwarteten Börsengang erhält der Markt erstmals einen tieferen Einblick in die Finanzen eines KI-Unternehmens. Für OpenAI läuft damit nicht nur eine Finanzierungsrunde, sondern ein Wettlauf um die günstigere Ausgangsposition.
