Die Bundesregierung und NVIDIA wollen gemeinsam KI-Modelle für Roboter, Fabriken und autonome Fahrzeuge entwickeln. Eine neue Absichtserklärung bringt den Chipkonzern dafür mit dem Wirtschaftsministerium, dem Forschungsministerium und der Plattform Industrie 4.0 zusammen.
NVIDIA setzt auf Deutschlands Industriedaten
Bundeskanzler Friedrich Merz und NVIDIA-Chef Jensen Huang stellten die Zusammenarbeit beim »Invest in Germany Summit« in Berlin vor. Deutschland will seine Stärken im Maschinenbau, in der Autoindustrie und in der Fertigung mit KI verbinden. Im Mittelpunkt steht der Mittelstand, dessen Produktionswissen und Daten in branchenspezifische Anwendungen einfließen können.
Huang sieht darin Deutschlands größten Vorteil. KI könne das Wissen der Unternehmen erweitern, statt es zu ersetzen. Merz forderte Firmen auf, ihre Daten für KI zu nutzen. Die geplante Initiative konzentriert sich auf Physical AI, also KI, die Maschinen steuert und mit der realen Welt arbeitet.
NVIDIA verbindet die Kooperation mit weiteren Investitionen. Der Konzern plant Beteiligungen an vier deutschen Startups. Agile Robots entwickelt Roboter für Fertigung, Logistik und Medizin. Avelios Medical baut ein KI-basiertes Krankenhausinformationssystem, Mirelo erzeugt Ton für Videos und Reflex Aerospace produziert Satelliten mit kurzen Entwicklungszeiten.
Konkrete Anwendungen entstehen bereits bei Siemens. Im Elektronikwerk Erlangen testen Siemens und NVIDIA digitale Zwillinge sowie eine agentenbasierte Produktionsplanung. Ein vollständig virtueller Produktionsanlauf senkt den Entwicklungsaufwand um bis zu 85 Prozent. Die neue Planung kann die Kosten um bis zu 20 Prozent reduzieren.
Zum Paket gehört auch Forschung. Auf dem Supercomputer JUPITER in Jülich simulierte NVIDIA einen fehlertoleranten Quantencomputer mit 104 Qubits. Für Deutschland liegt die Chance damit nicht nur im Kauf amerikanischer Chips, sondern in der Verbindung eigener Industriedaten, Forschung und Fertigung mit KI.
