Microsoft veröffentlich das beste Cyber-KI-Modell
Das Modell MAI-Cyber-1-Flash übernimmt die Arbeit von Sicherheitsteams und schlägt OpenAI und Google im Benchmark.

Microsoft hat sein erstes KI-Modell speziell für Cybersicherheit vorgestellt. »MAI-Cyber-1-Flash« durchsucht komplexe Codebasen selbstständig nach Schwachstellen und schließt diese. Zusammen mit der neuen Multi-Agenten-Plattform »Perception« will der Konzern den Aufwand für die IT-Abwehr drastisch senken.
Kostensenkung durch Aufgabenteilung
Microsoft bettet MAI-Cyber-1-Flash in seine bestehende Scan-Umgebung MDASH ein. Das neue Modell übernimmt dort künftig bis zu 90 Prozent der Routineaufgaben. Nur für die verbleibenden, besonders komplexen Fälle leitet das System die Anfragen an ein größeres Modell wie GPT-5.4 weiter.
Diese Aufgabenteilung senkt die Ausgaben laut Anbieter um 50 Prozent im Vergleich zum bisherigen MDASH-Angebot. Mustafa Suleyman, CEO von Microsoft AI, präsentierte in San Francisco dazu konkrete Zahlen: Auf dem Branchen-Benchmark CyberGym erreicht das Gespann einen Wert von 96 Prozent und übertrifft damit Konkurrenten wie Anthropics Mythos, Googles Gemini sowie OpenAIs GPT.
Quelle: Microsoft
Agenten übernehmen die Fehlerbehebung
Ergänzt wird das Modell durch die neue Plattform Perception. Sie koordiniert Teams aus verschiedenen KI-Agenten, die gezielt unterschiedliche Verteidigungsrollen einnehmen.
Sogenannte Red Teams simulieren Angriffe und liefern Kontext zu potenziellen Tätern. Blue Teams spüren die tatsächlichen Fehler auf. Die Green Teams ergreifen schließlich Korrekturmaßnahmen und reparieren den fehlerhaften Code.
Laut Chefentwickler Dave Weston reduziert Perception den manuellen Aufwand für IT-Sicherheitsteams erheblich. Analysen, die bisher Stunden dauerten und mehrere Spezialisten erforderten, schließt das System in wenigen Minuten ab. Es erkennt die Schwachstellen nicht nur, sondern schreibt direkt den fertigen Programmcode zur Behebung.
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KI-Abwehr in Echtzeit
Hacker nutzen zunehmend KI für ihre Cyberangriffe. Hayete Gallot, Microsofts Vizepräsidentin für Sicherheit, nannte Perception eine zwingende Antwort. Unternehmen müssten »KI mit KI in dem Ausmaß und der Geschwindigkeit abwehren, die auch die Angreifer haben«.
Die neuen Systeme gehen am 3. November in eine offizielle Vorschauphase. Microsoft reagiert damit auf einen dichten Wettbewerb. Anthropic öffnete seine Sicherheitsplattform Mythos bereits in diesem Jahr für ausgewählte Partner. OpenAI startete im Mai mit dem Programm Day Break ein eigenes Angebot.
