Meta hat den KI-Agenten Muse für amerikanische Nutzer veröffentlicht. Muse beantwortet nicht nur Fragen, sondern erledigt selbstständig Aufgaben in verknüpften Apps und auf Webseiten. Isolierte virtuelle Maschinen und eine separate Wächter-Software sollen dabei unbefugte Zugriffe auf persönliche Daten verhindern.
Eigener Cloud-Computer für jeden Nutzer
Der Agent basiert auf dem Modell Muse Spark 1.3. Über Web, iOS, Android oder Whatsapp verbinden sich Anwender mit einer isolierten virtuellen Maschine in Metas Cloud. Dort speichert Muse alle Zugangsdaten für verknüpfte Dienste wie E-Mail-Postfächer, Smart-Home-Geräte oder Kalender.
Die Basisversion ist kostenlos nutzbar. Für eine intensivere Nutzung bietet Meta die Abo-Modelle »Power« für 20 und »Maximum« für 100 US-Dollar pro Monat an. Der Dienst soll künftig auch auf Metas Datenbrillen laufen.
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Sentinel kontrolliert alle Handlungen
Um Missbrauch der weitreichenden Berechtigungen vorzubeugen, trennt Meta die Planung der Aufgaben von der Ausführung. Die Software Sentinel fungiert auf der virtuellen Maschine als Wächter.
Dieser überwacht den gesamten ausgehenden Datenverkehr. Bei kritischen Aktionen pausiert Sentinel den Prozess und fordert über die App eine Bestätigung des Nutzers an.
Muse greift über offizielle Schnittstellen oder einen integrierten Browser auf externe Dienste zu. Erledigt der Agent Einkäufe, erstellt der Partnerdienst Stripe-Link eine virtuelle Einweg-Kreditkarte. Externe Händler erhalten dadurch keine echten Zahlungsdaten des Nutzers.
Quelle: Meta
Schwachstellen in der Testphase
Meta räumt selbst ein, dass Muse »nicht immun gegen Angriffe« sei. Die tiefen Systemeingriffe bergen Gefahren durch externe Manipulationen. Angreifer könnten versuchen, Muse über versteckte Anweisungen in Web-Texten oder Bildern fernzusteuern. Meta belohnt externe Sicherheitsforscher mit bis zu 300.000 US-Dollar für das Melden solcher Schwachstellen.
Frühe Testversionen wiesen noch Sicherheitslücken auf. Einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters zufolge lud Muse sensible Informationen ohne Erlaubnis hoch. In mindestens einem dokumentierten Fall griff der Agent ungefragt auf private iCloud-Fotos zu.
Meta kündigt für den weiteren Jahresverlauf an, die virtuellen Maschinen kryptografisch zu verschlüsseln. Die Technik soll sicherstellen, dass selbst Mitarbeiter des Konzerns keine Nutzerdaten mehr einsehen können.

