Wenn die KI-Brille die Klausur löst
Immer mehr Studenten nutzen unauffällige Kamerabrillen für Betrugsversuche bei wichtigen Prüfungen.

Die US-Prüfungsbehörde »College Board« verbietet smarte Brillen offiziell für die zentrale amerikanische Hochschulaufnahmeprüfung. Immer mehr Schüler und Studenten nutzen unauffällige KI-Wearables, um Testfragen zu scannen und sich die Lösungen von KI-Modellen diktieren zu lassen.
Unsichtbare Technik im Prüfungsraum
Sogenannte »Smart Glasses« sehen auf den ersten Blick aus wie gewöhnliche Lesebrillen. Im Rahmen verbauen die Hersteller jedoch hochauflösende Kameras und Mikrofone. Prüflinge erfassen damit die Aufgabenblätter unbemerkt. Die Hardware überträgt das Bildmaterial per Bluetooth an ein Smartphone in der Hosentasche, welches die Daten direkt an externe KI-Modelle weiterleitet.
Die Algorithmen analysieren die Fragestellungen und berechnen die Lösungen in wenigen Sekunden. Anschließend erhalten die Nutzer die Ergebnisse über integrierte Knochenschall-Lautsprecher direkt ins Ohr geflüstert. Umsitzende bemerken davon nichts. Besonders auf dem chinesischen Markt verzeichnen Händler derzeit einen starken Anstieg der Verkaufszahlen solcher Hardware.
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Globale Gegenmaßnahmen der Prüfungsämter
Das College Board zieht mit dem strikten Verbot für den SAT-Test, der in den USA über den Zugang zu Universitäten entscheidet, nun eine klare Grenze. Aufsichtspersonen können die modifizierten Brillen während der Klausuren kaum von echten Sehhilfen unterscheiden. Neben Brillen fallen auch smarte Stifte zunehmend unter die verschärften Richtlinien der internationalen Hochschulen.
Zahlreiche Universitäten rüsten ihr Sicherheitspersonal deshalb technisch auf. Sie setzen mobile Frequenzscanner an den Eingängen der Hörsäle ein. Damit spüren sie aktive Funkverbindungen vor Beginn der Klausur auf. Die chinesischen Behörden wählen einen drastischeren Weg und blockieren während der nationalen Aufnahmeprüfungen den Server-Zugang zu bekannten Sprachmodellen komplett.
Die Technologiekonzerne implementieren in ihre Wearables bislang keine automatischen Standortsperren für Prüfungssituationen. Die Verantwortung für die Kontrolle verbleibt somit auch in Zukunft vollständig bei den jeweiligen Bildungseinrichtungen.