ChatGPT trackt Gratis-Nutzer jetzt standardmäßig
Um die hohen Kosten der KI-Modelle zu decken, nutzt OpenAI Daten für externe Anzeigenkampagnen.

OpenAI aktiviert Marketing-Cookies bei kostenlosen ChatGPT-Konten standardmäßig. Einem Bericht von Wired zufolge teilt das Unternehmen nun gezielt bestimmte Nutzerdaten mit Werbepartnern, um eigene Bezahlpläne auf externen Plattformen zu vermarkten.
Gezieltes Tracking und Datenschutz-Optionen
Wie eine Unternehmenssprecherin bestätigte, übermittelt OpenAI begrenzte Informationen wie Cookie-IDs und E-Mail-Adressen an Drittanbieter. Dadurch können Werbeanzeigen für eigene Dienste beispielsweise auf Instagram maßgeschneidert ausgespielt werden.
Die eigentlichen Chat-Inhalte bleiben von diesem Datenaustausch strikt ausgeschlossen. Zudem greift die veränderte Voreinstellung ausschließlich bei kostenfreien Konten. Zahlende Abonnenten sind von der Datenweitergabe an Werbepartner nicht betroffen.
Wer das Tracking unterbinden möchte, findet die entsprechende Option in der Smartphone-App unter den Dateneinstellungen im Bereich »Marketing Privacy«. Auf der Website lässt sich das Verhalten über die Privatsphäre-Einstellungen anpassen. In Deutschland fehlt dieser Menüpunkt derzeit allerdings noch völlig.
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Finanzierungsdruck bei großen KI-Modellen
Mehr als 90 Prozent der gesamten Nutzerschaft verwenden ChatGPT ohne finanziellen Beitrag. Gleichzeitig verursachen das Training und der Betrieb der großen KI-Modelle immense laufende Kosten. OpenAI versucht deshalb zunehmend, diese enorme Reichweite zu monetarisieren und mehr Menschen in die kostenpflichtigen Tarife zu überführen.
Bereits seit Februar experimentiert das Unternehmen in ausgewählten Ländern mit der direkten Einblendung von Werbung innerhalb der Chat-Oberfläche. Auch andere Technologiekonzerne suchen nach profitablen Geschäftsmodellen. Konkurrenten wie Google testen Werbeanzeigen bislang jedoch vorrangig innerhalb der eigenen Suchmaschine.