Apple verklagt OpenAI wegen Diebstahls von Hardware-Geheimnissen
Ehemalige Apple-Mitarbeiter sollen geheime Hardware-Dokumente für die neuen KI-Geräte von OpenAI gestohlen haben.

Apple hat OpenAI wegen des systematischen Diebstahls von Geschäftsgeheimnissen verklagt. Ehemalige Apple-Ingenieure sollen vertrauliche Dokumente entwendet haben, um die Hardware-Pläne des KI-Unternehmens zu beschleunigen. Die Klage wurde am Freitag in Kalifornien eingereicht.
Systematische Spionage im Bewerbungsprozess
Apple wirft OpenAI in einer 41-seitigen Klageschrift (LINK) vor, gezielt vertrauliche Informationen über unveröffentlichte Produkte abgegriffen zu haben. Neben dem KI-Unternehmen stehen dessen Tochterfirma io Products sowie die Mitarbeiter Tang Tan und Chang Liu im Fokus. Tang Tan agiert derzeit als Hardware-Chef bei OpenAI, während Chang Liu als Ingenieur dorthin wechselte.
Mittlerweile arbeiten mehr als 400 ehemalige Apple-Mitarbeiter bei OpenAI. Tan leitete früher das Produktdesign für das iPhone und die Apple Watch. Er soll bei Bewerbungsgesprächen interne Codenamen genutzt haben, um Insiderwissen über geheime Apple-Projekte abzufragen. Bewerber wurden angeblich angewiesen, Prototypen und CAD-Designs zu den Treffen mitzubringen.
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Datenklau über Sicherheitslücken
Dem Ingenieur Liu wirft Apple vor, nach seinem Ausscheiden eine Sicherheitslücke ausgenutzt zu haben. Er soll über tausend Seiten an technischen Dokumenten heruntergeladen haben, die detaillierte Beschreibungen von Leiterplatten enthielten. Eine Kollegin habe er über den Messenger Line instruiert, wie sie die Sicherheitsvorkehrungen bei ihrem eigenen Wechsel umgehen könne.
Die Klage beschreibt auch die Täuschung eines Zulieferers. Dieser habe geschützte Verfahren zur Metallveredelung für OpenAI ausgeführt, da das Startup fälschlicherweise vorgab, eine Erlaubnis von Apple zu besitzen. Ein weiterer Partner aus der Batterie-Fertigung sei mit internem Fachvokabular gezielt ausgehorcht worden.
Die Rolle von Jony Ives Startup
Die Vorwürfe treffen die Hardware-Strategie von OpenAI an einem empfindlichen Punkt. Das Unternehmen kaufte im vergangenen Jahr für 6,5 Milliarden US-Dollar das Startup io Products von Ex-Apple-Designchef Jony Ive, um eigene Konsumentengeräte zu entwickeln. Ein erstes Produkt wird für das kommende Jahr erwartet.
Apple bezweifelt in der Klageschrift, dass OpenAI diese Geräte ohne die fremde Entwicklungsarbeit fertigstellen kann. Die Hardware-Basis des Startups sei durch die illegale Nutzung der Geschäftsgeheimnisse »bis ins Innerste verrottet«.
Auswirkungen auf den Börsengang
Der Rechtsstreit beendet die Annäherung der beiden Unternehmen, die 2024 noch bei der Integration von ChatGPT in iPhones kooperiert hatten. Das Verfahren überschattet nun auch den geplanten Börsengang von OpenAI. Für das mit rund 852 Milliarden US-Dollar bewertete Unternehmen gilt der Einstieg in den Hardware-Markt als zentraler Wachstumsschritt.
Apple hatte OpenAI bereits im Februar mit den Vorwürfen konfrontiert, erhielt jedoch keine Antwort. OpenAI-Sprecher Drew Pusateri wies die Anschuldigungen zurück und erklärte, das Unternehmen habe kein Interesse an den Geschäftsgeheimnissen anderer Firmen. Das Bundesgericht in San Jose muss nun über die beantragten Schadensersatzzahlungen und das Nutzungsverbot entscheiden.