OpenAI Plan 2026: Mit Modell »Spud« zur AGI
Ein neues Basismodell und autonome KI-Forscher sollen in Kürze komplexe Aufgaben selbstständig lösen.

OpenAI richtet seine Strategie neu aus und bündelt die eigenen KI-Modelle in einer universellen Super-App. Dafür stoppt das Unternehmen die breite Entwicklung des Video-Generators Sora, wie Präsident Greg Brockman erklärt.
Die Super-App als persönlicher Agent
Die kommende Anwendung kombiniert ChatGPT, Webbrowser-Funktionen und die Programmierumgebung Codex. Nutzer steuern damit komplexe Abläufe über eine einzige Oberfläche. Die Software merkt sich vergangene Interaktionen und greift auf E-Mails sowie Kalenderdaten zu, um Aktionen präzise auszuführen.
Brockman sieht darin den Übergang von isolierten Chatbots hin zu einem persönlichen Agenten. Die Auslieferung dieser Funktionen erfolgt schrittweise in den kommenden Monaten. Den Anfang macht ein überarbeitetes Codex-Modell. Dieses richtet sich nicht mehr nur an Entwickler, sondern erleichtert die allgemeine Wissensarbeit im Büroalltag.
Fehlende Rechenleistung pausiert Sora
Um die Super-App zu realisieren, zieht OpenAI harte Grenzen bei der Entwicklung. Die Arbeit an den Sora-Modellen für die allgemeine Videogenerierung ruht ab sofort fast vollständig. Laut Brockman basieren diese auf einem anderen technologischen Fundament als die textbasierte GPT-Reihe.
Zwei separate Forschungszweige parallel zu betreiben, übersteigt die derzeitigen Hardware-Kapazitäten. Die Nachfrage nach Rechenleistung übertrifft das verfügbare Angebot auf dem Markt deutlich. Die Video-Forschung läuft künftig lediglich im Bereich der Robotik weiter. Der Hauptfokus des Unternehmens konzentriert sich auf die Reasoning-Fähigkeiten der Textmodelle.
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Neues Modell und automatisierte Forschung
Das Fundament für die anstehenden Funktionen bildet ein neues Basismodell mit dem internen Namen »Spud«. Dieses System bündelt die Forschungsergebnisse der vergangenen zwei Jahre. Es erfasst komplexe Kontexte schneller und bearbeitet Probleme, an denen bisherige KI-Modelle scheitern.
Zusätzlich plant OpenAI für den Herbst die Einführung eines automatisierten KI-Forschers. Dieser übernimmt die Aufgaben eines Junior-Wissenschaftlers und testet selbstständig neue Lösungsansätze für die interne Entwicklung. Leitende Angestellte überwachen die Ergebnisse und steuern lediglich die Forschungsrichtung.
Der Weg zur AGI
All diese Maßnahmen dienen dem primären Ziel, eine künstliche allgemeine Intelligenz zu erreichen. Brockman schätzt den bisherigen Fortschritt bei der AGI-Entwicklung auf 70 bis 80 Prozent ein. Die aktuellen KI-Modelle bewältigen Aufgaben, für die sie noch Ende 2025 Stunden benötigten, mittlerweile oft im ersten Versuch.
Innerhalb der nächsten zwei Jahre sollen die Systeme das Basisniveau für nahezu jede intellektuelle Computerarbeit abbilden. Die Software analysiert offene Probleme in Disziplinen wie Physik oder Medizin dann völlig selbstständig. Der Grad der Autonomie steigt mit jeder neuen Iteration der Hardware und Software kontinuierlich an.