Wer sein KI-Abo voll ausreizt, erhält bei Claude derzeit deutlich mehr Leistung fürs Geld als bei ChatGPT. Messungen von SemiAnalysis beziffern den API-Gegenwert vergleichbarer Claude-Abos auf mehr als das Fünffache. Für OpenAI steckt darin allerdings auch eine gute Nachricht, denn eine einzelne Aufgabe mit ChatGPT ist erheblich günstiger.
Claude liefert mehr als den fünffachen Gegenwert
SemiAnalysis hat die versteckten Nutzungslimits der Abos gemessen und die verfügbaren Token anschließend mit den offiziellen API-Preisen bewertet. Für einen agentischen Arbeitsablauf kommt das Claude-Abo Max 20x für 200 Dollar mit Opus 5.5 auf einen monatlichen API-Gegenwert von 11.726 Dollar. ChatGPT Pro 200 erreicht mit GPT-6.1 Sol »lediglich« 2.084 Dollar.
Quelle: semianalysis.com
Das Verhältnis bleibt in den günstigeren Stufen fast gleich. Beim 100-Dollar-Abo stehen 5.725 Dollar für Claude 1.055 Dollar für ChatGPT gegenüber. Für 20 Dollar sind es 1.178 zu 211 Dollar.
Dieser Gegenwert ist weder Guthaben noch eine Auszahlung. Er beschreibt, was dieselbe Nutzung über die jeweilige API zum Listenpreis kosten würde. SemiAnalysis ermittelte dafür getrennt den Verbrauch von Eingaben, Ausgaben sowie geschriebenen und gelesenen Cache-Token und rechnete die gemessenen Limits auf einen Monat hoch.
Der Unterschied bedeutet jedoch nicht, dass Claude sechsmal so viele Aufgaben erledigt. GPT-6.1 Sol kostet im Vergleich von Artificial Analysis bei maximaler Thinking-Stufe 0,72 Dollar pro Aufgabe. Claude Opus 5.5 liegt bei 5,98 Dollar. OpenAI bietet Anfragen also erheblich günstiger an. Würde Anthropic die Subventionierung auf das Niveau von OpenAI senken, müsste das Unternehmen die mögliche Zahl der Anfragen deutlich reduzieren.
Quelle: artificialanalysis.ai
Das stärkste Modell steckt im großzügigeren Abo
Für Nutzer spricht trotzdem viel für Claude. Opus 5.5 führt den Intelligence Index von Artificial Analysis mit 58 Punkten an, GPT-6.1 Sol erreicht 52 Punkte. Das derzeit stärkste Modell trifft damit auf die großzügigeren Limits. Wer die Kapazität tatsächlich ausschöpft, bekommt bei Claude das attraktivere Gesamtpaket.
Quelle: artificialanalysis.ai
ChatGPT hat einen praktischen Vorteil. Die Pro-Tarife besitzen keine zusätzliche Fünf-Stunden-Grenze. Claude verteilt sein großzügigeres Kontingent dagegen auf kurze und wöchentliche Zeitfenster. Dadurch lässt sich der theoretische Monatswert nicht in jeder Nutzungssituation vollständig abrufen. Bei ChatGPT ist das aktuell nur im günstigeren Plus-Plan der Fall.
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OpenAI streicht Limits und verlangt 500 Dollar
OpenAI hat den API-Gegenwert seines 200-Dollar-Abos für Neukunden etwa halbiert. Der neue Pro-500-Tarif kostet 150 Prozent mehr als der alte Pro-200-Tarif, liefert mit GPT-6 Astra aber nur 21 Prozent mehr Token. Bei den Sol-Modellen liegt sein API-Gegenwert mit 5.386 Dollar sogar unter den 5.904 Dollar des alten 200-Dollar-Abos.
Quelle: semianalysis.com
Andere Anbieter liegen teils vor OpenAI. Metas Muse Code Power Usage erreicht beim 50-Dollar-Tarif den 51-fachen Einsatz, MiniMax den 23-fachen und SuperGrok Heavy den 19-fachen. Solche Ranglisten hängen allerdings stark vom gewählten Modell und Arbeitsablauf ab. Sie zeigen dennoch, wie unterschiedlich die Anbieter ihre Abos subventionieren.





