Erste Nvidia Grafikprozessoren fliegen Ende des Jahres zum Mond
Der Roboter des Start-ups Lunar Outpost steuert mit Nvidia-Hardware seine Sensoren bei einer neuen Mondmission.

Nvidia bringt noch in diesem Jahr erste Grafikprozessoren auf den Mond. Das Start-up Lunar Outpost nutzt Nvidias Jetson-Chips für seinen neuen Rover, um Lidar-Sensoren lokal auszuwerten. Der Start auf einer Falcon-9-Rakete ist für Ende 2026 geplant.
Härtetest in der Mondnacht
Bislang kreisen die meisten weltraumtauglichen GPUs im erdnahen Orbit. Dort sind sie vor extremer kosmischer Strahlung und starken Temperaturschwankungen weitgehend geschützt. Der Einsatz direkt auf der Mondoberfläche stellt die Hardware vor völlig andere Herausforderungen. »Das System muss die Mondnacht überstehen und das bei sehr geringer Stromzufuhr«, erklärte Justin Cyrus, CEO von Lunar Outpost.
Sein Team vergleicht die Nvidia-Chips derzeit mit klassischen Plattformen, die bereits in der Raumfahrt erprobt sind. Ziel ist es, die autonome Steuerung der Rover zu verbessern. Wenn die Hardware Umgebungsdaten direkt vor Ort auswertet, können die Fahrzeuge ohne Verzögerung auf das Terrain reagieren.
Der Rover wird von einem Lander des Unternehmens Intuitive Machines abgesetzt. Er soll Krater und andere Gebiete ansteuern, die aus dem Orbit schwer zugänglich sind. Die Mission führt zur Reiner-Gamma-Formation, deren magnetische Anomalie Wissenschaftlern noch immer Rätsel aufgibt.
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Vorbereitung für die NASA
Der Flug ist Teil eines umfassenden NASA-Programms. Die US-Raumfahrtbehörde bezahlt private Tech-Firmen, damit diese das Terrain kartieren und nach nützlichen Ressourcen wie Wasser suchen. So soll die geplante Rückkehr von Menschen vorbereitet werden, die frühestens für 2028 angesetzt ist.
Laut Cyrus wird eine dauerhafte menschliche Präsenz auf dem Mond nur mit roboterhafter Unterstützung funktionieren. Neben kleinen Rovern baut Lunar Outpost das größere Modell Pegasus, das später Astronauten transportieren soll. Dieses Fahrzeug benötigt jedoch eine Schwerlastrakete von Jeff Bezos’ Unternehmen Blue Origin. Nach einer Trägerraketen-Anomalie in diesem Sommer ist derzeit unklar, wann das System wieder starten wird.
Nvidia weitet sein Weltraum-Engagement unterdessen weiter aus. Erst kürzlich gab das Unternehmen eine Partnerschaft mit Firefly Aerospace bekannt. Dabei arbeitet die Jetson-Plattform auf einem Satelliten im Mondorbit. Er verarbeitet dort Bilder, um die Oberfläche zu erfassen und die wachsende Zahl an Robotern auf dem Mond im Blick zu behalten.