Ein Neura Roboter an der TUM

Weltweit größtes Roboter-„Fitnessstudio” entsteht in München

Die technische Universität München baut zusammen mit NEURA Robotics ein Trainingszentrum für KI-Roboter.

Andreas Becker Nano Banana
Ein Neura Roboter an der TUM

Am Münchner Flughafen entsteht derzeit das europaweit größte Trainingszentrum für humanoide Roboter. Ab Mitte 2026 sollen Maschinen im sogenannten RoboGym unter echten Bedingungen für ihren Alltag in der physischen Welt trainieren.

Die Jagd nach realen Trainingsdaten

Der Bau von zuverlässiger Hardware ist in der modernen Robotik oft nicht mehr die größte Hürde. Der Flaschenhals liegt vielmehr beim Training der künstlichen Intelligenz. Während große Sprachmodelle ihr Wissen primär aus Texten im Internet beziehen, benötigen Roboter komplexe Informationen über physikalische Gesetze, räumliche Tiefe und haptisches Feedback.

Da sich echte Physik am Computer nur begrenzt simulieren lässt, rückt die sogenannte "Physical AI" in den Fokus. Die KI-Modelle müssen in der echten Welt agieren, Gegenstände greifen und aus Fehlversuchen lernen. Das neue Zentrum bietet auf 2.300 Quadratmetern exakt diese physische Umgebung. Eine große Flotte humanoider Roboter führt dort künftig praktische Aufgaben aus. Die daraus resultierenden Datensätze bilden das Fundament, um die Handlungsfähigkeit der Maschinen kontinuierlich zu verbessern.

Quelle: NEURA

Zentrale Plattform für Roboter-Software

Die Initiatoren investieren zum Start rund 17 Millionen Euro in das Projekt. Das Robotik-Unternehmen NEURA trägt mit etwa 11 Millionen Euro den Hauptteil, die Technische Universität München stellt die wissenschaftliche Expertise. Die im Zentrum gesammelten Bewegungsprofile fließen direkt in das sogenannte Neuraverse.

Diese hardwareübergreifende Plattform bündelt die Trainingsdaten zentral. Je mehr hochwertige Realdaten zur Verfügung stehen, desto präziser arbeiten die zukünftigen KI-Modelle. Das langfristige Ziel der Betreiber ist ambitioniert: Sie wollen die Basis für ein universelles Betriebssystem schaffen, das auf unterschiedlichsten Robotern weltweit läuft.

Gleichzeitig sichert das Projekt europäische Unabhängigkeit in einem wichtigen Technologiesektor. Eine eigene Infrastruktur für das KI-Training sorgt dafür, dass lokales Know-how direkt vor Ort wächst. Zukünftig soll das Trainingszentrum auch für Start-ups und externe Industriepartner zugänglich sein, damit diese ihre eigenen Robotik-Systeme unter realen Bedingungen testen können.

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