Ein Eifelturm im futuristischen Design

Nvidia und Jeff Bezos investieren in neues europäisches KI-Projekt

Das junge Unternehmen AMI Labs sichert sich eine der größten Startfinanzierungen der europäischen Geschichte für seine Forschung.

Andreas Becker Nano Banana
Ein Eifelturm im futuristischen Design

Das neu gegründete Pariser KI-Startup AMI Labs hat eine Startfinanzierung von 1,03 Milliarden US-Dollar eingesammelt. Das Unternehmen des bekannten Forschers Yann LeCun entwickelt sogenannte Weltmodelle, die im Gegensatz zu reinen Sprachmodellen die physikalische Realität der echten Welt verstehen sollen.

Abkehr von der reinen Textvorhersage

Bisherige Large Language Models (LLMs) basieren primär darauf, das wahrscheinlichste nächste Wort in einem Text vorherzusagen. AMI Labs wählt bei der Entwicklung nun einen anderen technologischen Ansatz. Die Ingenieure konzentrieren sich auf Weltmodelle, die direkt aus kontinuierlichen, echten Sensordaten und Kamerabildern lernen.

Dabei filtert die Software unwichtige und fehlerhafte Details gezielt heraus, um vereinfachte, aber präzise Abbilder der Wirklichkeit zu erstellen.

Durch diese Methode lernt die künstliche Intelligenz grundlegende physikalische Zusammenhänge sowie das Prinzip von Ursache und Wirkung. Folglich ermöglicht dieser Schritt echtes Reasoning. Die Modelle können dadurch künftige Ereignisse präziser einschätzen und Handlungen unter realen Bedingungen planen, was reine Textmodelle in der Praxis oft überfordert.

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Einsatz in der physischen Welt

Dieser starke Fokus auf reale Daten macht die neue Technologie besonders für physische Anwendungen interessant. Das Unternehmen plant den Einsatz der Weltmodelle zunächst in den Bereichen Gesundheitswesen, Robotik und industrielle Automatisierung. Dort ist eine dauerhaft hohe Zuverlässigkeit zwingend notwendig, da Fehler direkte physische Konsequenzen haben.

Hinter dem ehrgeizigen Projekt steht ein äußerst erfahrenes Team. Neben Yann LeCun, der zuvor viele Jahre die KI-Forschung bei Meta leitete, übernimmt der ehemalige Meta-Ingenieur Alexandre LeBrun die Rolle des CEO.

Zudem zeigt sich auf der Investorenseite ein großes Interesse an der alternativen Architektur. Neben etablierten Risikokapitalgebern beteiligen sich unter anderem der Chip-Hersteller Nvidia sowie Jeff Bezos an der außergewöhnlich hohen Seed-Runde. Das junge Unternehmen erreicht damit eine direkte Bewertung von 3,5 Milliarden US-Dollar. Erste anwendbare Ergebnisse der Grundlagenforschung sollen im Laufe des nächsten Jahres vorliegen.

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