Ein Bosch Auto

Bosch bringt autonomes Fahren bis Tempo 120

Eine frische Testlizenz erlaubt reale Probefahrten in China. Dabei lenkt, bremst und beschleunigt die Technik komplett selbstständig.

Andreas Becker Nano Banana
Ein Bosch Auto

Bosch hebt das hochautomatisierte Fahren auf die nächste Stufe und startet reale Tests eines Level-3-Systems im chinesischen Straßenverkehr. Ab Frühsommer prüft das Unternehmen die neue Technologie in Kooperation mit dem Hersteller Chery.

KI-Modelle übernehmen das Steuer

Das neue Assistenzsystem navigiert Fahrzeuge selbstständig bei Geschwindigkeiten von bis zu 120 Kilometern pro Stunde. Dabei bewältigt die Technik automatische Spurwechsel und operiert verlässlich bis zu einer Sichtweite von 300 Metern. Bei der Automatisierungsstufe 3 verschiebt sich die rechtliche Verantwortung in definierten Situationen vollständig auf das Auto. Fahrer dürfen die Hände vom Lenkrad nehmen und den Blick von der Straße abwenden, um in dieser Zeit beispielsweise zu lesen oder Videos zu schauen.

Technologisch verabschieden sich die Entwickler von klassischen, regelbasierten Ansätzen. Stattdessen integrieren sie fortschrittliche KI-Modelle in jeden wesentlichen Softwarebaustein. Um Ausfälle konsequent zu vermeiden, koppeln die Ingenieure diese künstliche Intelligenz direkt mit einer redundanten Sicherheitsarchitektur.

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China prescht bei der Zulassung vor

Bereits im März 2026 sicherte sich Bosch die offizielle Testlizenz für den Realbetrieb in der Millionenstadt Wuxi. Aktuell läuft zudem das Antragsverfahren für eine weitere Genehmigung in Suzhou. Parallel erarbeitet die chinesische Regierung die finale Gesetzgebung für den Serienbetrieb in Privatfahrzeugen. Experten erwarten den Abschluss dieses regulatorischen Prozesses bis Mitte 2026.

Europäische Kunden müssen auf diese tiefgreifenden Assistenzsysteme spürbar länger warten. Hier erscheinen erste Serienfahrzeuge mit vergleichbaren Level-3-Funktionen voraussichtlich erst in zwei bis drei Jahren auf dem Markt.

Neue Hardware liefert das Fundament

Damit die Software in Extremsituationen fehlerfrei agiert, modernisiert Bosch parallel die physischen Fahrwerkskomponenten. Mitte 2026 startet der Pkw-Serienbetrieb für ein neues hydraulisches Brake-by-Wire-System. Ab 2027 integrieren dann erste Robotaxi-Plattformen diese rein elektronische Bremsentechnologie.

Finanziell festigen solche Aufträge die Marktposition des Technologiekonzerns im asiatischen Raum. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 steigerte die Mobilitätssparte ihren China-Umsatz um 4,9 Prozent auf umgerechnet rund 15,1 Milliarden Euro. Weit über die Hälfte dieser Erlöse erwirtschafteten die Stuttgarter dabei direkt mit lokalen Fahrzeugherstellern.

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