Der kuriose Grund für den Namen der neuen Google-Zentrale
Hinter dem Namen Platform 37 verbirgt sich eine direkte Anspielung auf ein wichtiges historisches Turnier aus der Frühzeit der KI-Entwicklung.

Google hat den Namen seines neuen Londoner Hauptquartiers am Bahnhof King's Cross enthüllt. Das Gebäude heißt "Platform 37" und bündelt ab diesem Sommer die europäischen KI-Teams des Konzerns unter einem Dach.
Eine Hommage an den historischen KI-Sieg
Der Name "Platform 37" ist eine direkte Anspielung auf den berühmten "Move 37". Im Jahr 2016 trat das KI-System AlphaGo von DeepMind in einem Turnier gegen den menschlichen Go-Weltmeister Lee Sedol an. Die künstliche Intelligenz berechnete dabei einen völlig unerwarteten Zug, der von menschlichen Experten zunächst als Fehler abgetan wurde.
Im weiteren Spielverlauf sicherte genau dieser 37. Zug der Maschine jedoch den Sieg.
Das Brettspiel Go galt lange als ultimativer Benchmark für die KI-Forschung. Dieses Ereignis markiert daher einen wichtigen Meilenstein in der modernen Informatik.
Die Teams von Google und DeepMind ziehen in den kommenden Monaten in den neuen Komplex ein. Dort arbeiten Entwickler und Forscher gemeinsam an der Weiterentwicklung aktueller Modelle. Sie trainieren neue Netzwerke, verbessern die Reasoning-Fähigkeiten der Systeme und erforschen Anwendungen in der Materialwissenschaft oder der Biologie.
Öffentlicher Raum für den KI-Diskurs
Im Erdgeschoss des Gebäudes entsteht zusätzlich "The AI Exchange". Dabei handelt es sich um ein öffentliches Zentrum, das Besuchern die zugrundeliegende Technologie näherbringen soll. Die Eröffnung ist für das Ende dieses Jahres angesetzt.
Interessierte finden dort interaktive Ausstellungen, kostenlose Bildungsprogramme und kulturelle Veranstaltungen. Das Ziel des Unternehmens ist es, einen physischen Raum zu schaffen, in dem die gesellschaftlichen Auswirkungen von künstlicher Intelligenz sachlich diskutiert werden. So erhalten auch Personen ohne technisches Vorwissen einen direkten Zugang zu der Technologie.
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Flexible Architektur und ein Dachgarten
Das Gebäude selbst stammt aus der Feder der Architekten Thomas Heatherwick und Bjarke Ingels. Es nutzt kohlenstoffarme Baumaterialien und ist strikt auf Energieeffizienz ausgelegt.
Eine spezielle Hängekonstruktion ermöglicht im Inneren weitläufige, säulenfreie Arbeitsbereiche, die sich flexibel anpassen lassen. Auf dem Dach des Komplexes befindet sich zudem ein großer Garten. In Zusammenarbeit mit dem London Wildlife Trust wurde dieser gezielt so bepflanzt, dass er die lokale Artenvielfalt fördert.
Die neue Zentrale bietet den Entwicklern damit den physischen Raum, um in den kommenden Jahren an neuen KI-Modellen zu arbeiten.